La Belga Fritta, Cäthe, die Ziege

Ich lese die Beschreibung eines anderen Menschen Esserlebnisses, einer mir nicht geläufigen Zubereitungsart, einer unbekannten Zutat und weiß ziemlich genau, ob es mir schmecken wird. Häufig sogar setzt spontaner Heißhunger ein auf etwas, das in meinem Bewusstsein bis dahin nur als eine lose Aneinanderreihung von Buchstaben existierte. Als ich bei Frau Hazan von frittiertem Chicorée las, wunderte ich mich erst einmal, warum mir solches bisher noch nicht unters Messer gekommen war. Dies zu ändern, war eine naheliegende Spontanreaktion.

La Belga Fritta nella Pastella heißt das Gericht mit vollem Namen, wird gerne als Antipasto genommen und kommt bei mir als Ergänzung zur Zickleinkeule auf den Teller. Allerdings spielte die Wegwarten-Art hernach die Hauptrolle, geschmacklich und der Beschaffenheit wegen. Eigentlich müsste ich an dieser Stelle das Wort „Textur“ verwenden. Doch bin ich mit dem Dollase-Antivirus geimpft. Nur soviel: Die knusprige Hülle, das blättrig zarte Innere, an manchen Stellen schon auf dem Weg zur Creme, milchig milder Geschmack, kaum mehr bitter. Es kann keine bessere Art geben, Chicorée zuzubereiten.

Zickleinkeule provenzalisch mit frittiertem Chicorée

Zickleinkeule provenzalisch mit frittiertem Chicorée

Der Ausbackteig besteht aus etwas weniger Mehl als Wasser. Nicht mehr. Das Gemüse wird gewaschen, der unschönen äußeren Blätter beraubt, am Stielansatz etwas gekürzt und längs gedrittelt. Gut trockengetupft durch den Teig gezogen und in reichlich Sonnenblumenöl frittiert. Während des Abtropfens wird gesalzen und sofort gegessen.
Die Ziege habe ich in der klassischen Zubereitungsweise einer provenzalischen Lammkeule präpariert. Sie war in Alufolie gewickelt fast zwei Stunden bei 130° im Ofen.

Dazu gibt Cäthe Sieland die ewige Braut bei den konspirativen Küchenkonzerten.