Tamaryn, banh xeo und grüner Silvaner

Der Soundtrack zum ersten Nachtfrost kommt idealerweise aus Kalifornien (All the leaves are brown, ya know?) , aus San Francisco sogar. Tamaryn nennt sich die eigentlich aus Neuseeland stammende Musikerin, deren aktuelles Album „The Waves“ sphärisch tröpfelt wie dereinst die Klänge der legendären Mazzy Star um Hope Sandoval.

Mexican Summer heißt übrigens das Label, welches für die Veröffentlichung verantwortlich zeichnet. Kein Witz. Dessen Heimat wiederum ist Brooklyn.

Im rheinhessischen Hügelland wurde ich also überrascht von Raureif und unterkühlten Extremitäten. Dreierlei (rethorisch geschult an Luthers Predigtlehre) Erste-Hilfe-Maßnahmen wurden eingeleitet:

  • Eine ausgiebige Weinbergswanderung durch eine Lage, die als Udenheimer Sonnenberg bekannt ist, und die schon ziemlich kahlgeschlagen ist. Nur einzelne Rieslingtrauben für Spätlesen oder natürlich Eiswein hängen noch an den Rebstöcken.
  • Antizyklisches Konsumverhalten: Bei Mengel-Eppelmann eine Kiste so genannten Sommerweins gekauft, 2009er grünen Silvaner.
  • Subtropisch schlemmen in Ha Noi. Stand schon lange auf meiner Besuchsliste. Aß vergleichbar gute banh xeo nur in der alten Kaiserstadt Hue.

 

banh xeo in Hue (Foto: phew)

banh xeo in Hue (Foto: phew)

 

Beim Vietnamesen trinke ich reflexartig stets Yasmin-Tee. Ansonsten: Tee nur, wenn Unbill dräut. Jugendherberge. Schweinegrippe. Regulär regulieren ausschließlich Wasser, Kaffee, Wein den Flüssigkeitshaushalt.