Nasi Goreng mit Ente und Tofu

Gebratener Reis nach indonesischer Art ist stets ein Improvisationsvehikel. Klassische Resteverwertung wie in anderen Teilen der Welt Pizza oder Eintopf. Was nicht bedeutet, dass alles in den Wok darf, was weg muss. Bei der Kühlschrankentlastung hilft auch gerne mal der Komposthaufen oder die Mülltonne. Wer gut kochen und Genuss bereiten will, muss neben der Qualität der Produkte auch deren Frische im Fokus haben. „Ich kann/will nichts wegwerfen“ ist eine aus der Nachkriegszeit stammende und somit nachvollziehbare Gewohnheit – macht aber keinen Spaß. Kulinarisch ernährungsphysiologisch gesehen ist es sogar kontraproduktiv.

Nasi Goreng mit Ente und Tofu

Nasi Goreng mit Ente und Tofu

Ich hatte Eier, Tofu, Ente, rote Paprika, braune Champignons, Frühlingszwiebeln. Zuerst wurde Reis gekocht (kein Rest vorhanden) – Basmati ist hierbei nicht die optimale Wahl, da zu fein und weich. Dann aus Schalotten, Thaichilies, Ingwer, Knoblauch mit Hilfe des Stabmixers eine Paste erstellt, die ich noch mit Kardamom würzte. Das Entenbrustfilet auf der rautierten Fettseite langsam angebraten, das ausgetretene Fett bis auf einen Esslöffel weggeschüttet, mit Blutorangensaft abgelöscht und einmal rundumgewendet und bei 80° in den Ofen geschoben.

Den Tofu in dünne Scheiben geschnitten und in salziger Sojasauce mariniert, dann in Panko paniert, ausgebraten und zur Ente ins Rohr. Das Gemüse gesäubert, (Paprika geschält) und zugeschnitten.
Wok erhitzt, Entenfett hinein und auch die Würzpaste. Diese gut geröstet, eine juliennisierte Möhre sowie die oben erwähnten Gemüse ihrer Garzeit entsprechend nacheinander dazu. Wenn alles noch halbgar ist, den Reis hinzu und bei höchster Hitze rühren und schwenken. Ordentlich Ketjap Manis angießen und ein verquirltes Ei. Nun noch eine Minute schwenken und anrichten.

Was nicht vorrätig war: Erdnüsse; die fehlten eindeutig. Zum einen in der Paste zur Aromavertiefung und zum anderen als ganz geröstete für den „Crunch-Faktor“. Dafür wurden sowohl Entenbrust als auch Tofu cross gekrustet gegessen.


Cà bung mit Guro von Germeten

Heute freue ich mich auf Cà bung – Auberginensuppe mit Tofu. Mein Dank gilt jetzt schon Bunzel und Ihrem tollen Blog. Das Stöbern darin lässt stets meine Vietnam-Erinnerungen in Nase und am Gaumen kräuterfrisch zurückkehren. Übrigens: Noch in diesem Monat geht der 2008 entstandene Food-Reiseblog „UNPHEW in Südostasien“ als Archivversion wieder online.

Neben Vietnam ist Norwegen noch so ein Lieblingsland. Eher nicht kulinarisch, vielmehr emotional musikalisch. Seit zehn Jahren nunmehr gilt „Quiet Is the New Loud„. Und beinahe ebenso lang sind die ebenfalls aus Bergen stammenden AI Phoenix Lieblingsband. Doch jetzt kommt da eine offensichtlich klassisch Gesangs-Geschulte und Akkordeon spielende Polkaqueen aus Oslo daher und mixt Trübsal-Blasen mit Bohème, Stil mit großen Gefühlen. Guro von Germeten spielt die Musik dieses Tages und ich trinke zimmerwarmen Linie-Aquavit dazu.