The Lollipop Shoppe

Es wurde erst meine Küche und wird nun dieser kleine Blog zum Lolliladen. Kunterbunt und knatschsüß. Präpotent und popartig. Frei nach dem Motto: Lieber gut geklaut als schlecht selbst erdacht. Mein Dank geht in die rheinhessische Rotweinmetroploe für Inspiration und Affirmation. Arthur ist bestimmt sehr stolz auf seine Tochter; ich bin froh, dass ich kosten durfte von solchen Früchten. Karamellisierte Kirschtomaten klingen knackig. Und munden nicht nur Alliterationsjunkies formidabel.

Doch vor den Genuss hat weiß Gott wer stets erst einmal die Arbeit gesetzt. Schwitzen muss allerdings nicht ich, sondern die werte Leserschaft.  Komme ich doch dem selbst erteilten Bildungsauftrag nach und starte eine weitere Folge  meiner beliebten kleinen Musikmission. Here we go:
Eine wichtige Spielart amerikanischer Populärmusik der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts trägt den richtungsweisenden Titel GarageRock und wird von Nachgeborenen bisweilen auch als Protopunk tituliert. Zwar fehlte ihnen die politische Komponente britischer Beatband-Kollegen, aber vom Mainstream und auch von anderen Undergroundströmungen wie Flowerpower oder SurfsingSound setzen sich Garagebands durch eine raue Attitüde, dreckigverzerrten Sound und den Willen zum DoItYourself (DIY) ab. Bands hießen Kingsmen, Sonics, Pandas, Squires, Benders. Meine Favoriten aber waren und sind The Lollipop Shoppe.

Im nächsten Monat werde ich Fred Cole in Portland, Oregon treffen. Ein Held meiner frühen Jugend und meiner immer noch währenden späten Adoleszenz. Just Colour ist eines der besten Alben der 60er, ein Meilenstein in der Entwicklung psychedelischer Rockmusik. Eigentlich hieß die Combo The Weeds, doch ein süßer und bunter Namen wie The Lollipop Shoppe versprach größeren Verkaufserfolg. Ab den 70ern machte Cole dann zusammen mit seiner Frau Toody, der charismatischsten DIY-Bassistin der elektrifizierten Welt, Musik in lustigen kleinen Formationen wie Zipper, The Rats und ab 1987 mit Drummer Andrew Loomis als Dead Moon. Heute heißt die Band Pierced Arrows und spielt: Garage Rock. Auch mit Anfang 60 noch so kraftvoll und derb wie vor 45 Jahren.

Karamellisierte Tomaten am Stiel

Karamellisierte Tomaten am Stiel

Endlich essen. Und zwar Fingerfood am Stiel. Aufgespießte Häppchen. Tomatenlollies. Wie solche Pretiosen zuzubereiten sind, haben andere hinlänglich beschrieben. Perfektes Festeessen. Für die Sommerparty am Pool, die wir heute gefeiert hätten. Wenn es denn einen Sommer gäbe. So ruht das Becken still und wir genießen ebenso. Bis ein krachendes Gitarrenriff uns aus einem Kalorientraum erlöst und uns die Hookline den Verstand raubt. Fred würde sagen: Nimm dies. Lutscher!