Danke Bruno Kraska: Zum Tode von Reinhard Haneld ein Satz, viele Monate später

Da ist einer gestorben, vor achteinhalb Monaten schon, einer, der mir wichtig war, obwohl ich ihm nie begegnet bin, wohingegen wir uns nahe gekommen sind, im Lesen, gegenseitig, kommentierend, als Blogger, als Menschen mit Geschichten, Freunde der Weisheit, Mitte Dezember ist er also gestorben, überraschend, wie ich gerade las, letztes Jahr, in Duisburg, seiner Stadt, über die er auch schrieb, als digitaler Flaneur Bruno Kraska, über die Begegnungen an der Bierbude mit den wirklich prekär lebenden Menschen, deren Geschichten er aufschreiben konnte wie kein Zweiter, kontextualisieren wie ein großer Dichter, der er nicht war, sein Geld hat er wohl verdient mit Volksbildung, er betrieb einen der Blogs, die mir immens wichtig waren und die mich geprägt haben in meinem Sosein hier, und dann schrieb er weniger und weniger und bald gar nicht mehr und ich habe ihn gesucht, immer wieder, in zugegeben länger werdenden Abständen, nun war es also mindestens ein dreiviertel Jahr, darüber ist er gestorben, doch ein Schock war es nicht für mich, habe ich doch vermutet, dass es Gründe geben muss, wenn einer verstummt, für den das Wörtchen „wortgewaltig“ erfunden wurde, vieles lässt sich noch nachlesen an dem Ort, der mir online einer der liebsten war, auf dem Blog von Reinhard Haneld, dem denkfixer: