Praxistipps zur Hühnerhaltung

Erst einige Jahre nachdem wir ins Gesindehaus gezogen waren, diskutierten U. und ich das erste Mal die Frage, ob wir eigene Hühner halten möchten. Anlass dazu war eine Entdeckung: Unser Geräteschuppen ist ein von einer alten Scheune abgetrennter Bereich – die wiederum Teil des als Vierkanthofs angelegten Landguts ist, auf dessen Gelände wir das Privileg haben, leben zu dürfen. In diesem Schuppen gibt es eine etwas versteckt angebrachte Klappe in Bodennähe, die einen Zugang zu unserem Garten ermöglicht. Unzweifelhaft diente diese Vorrichtung in vergangenen Zeiten einmal der Hühnerhaltung.

Wir erwogen also ganz ernsthaft, ob dort wieder geeignetes Federvieh einziehen solle. Weil wir Eier essen (und ich auch Hühnerfleisch), weil wir in dieser Phase unseres Lebens den Gedanken der weitestmöglichen Selbstversorgung sehr attraktiv fanden – und nicht zuletzt, weil ich in einem Haushalt aufgewachsen bin, in dem es immer Hühner gab. Das alles war übrigens weit vor der aktuellen, Pandemie-bedingten Zurück-aufs-Land-Welle und auch weit vor durchromantisierten, Insta-tauglichen Versuchen der überbordenden Selbstinszenierung. Wir entschieden uns letztendlich dagegen, aus vielerlei praktischen Gründen, die alle irgendwie mit fehlenden Zeitkontingenten zu tun hatten.

Allerdings beobachte ich seit kurzem wieder ein Aufflackern solcher Bedürfnisse (nicht nur Hobby-Imkern ist ein Trend) im weiteren Bekanntenkreis – aus naheliegenden Gründen. Am Ende geht es oft um die absolut nachvollziehbare Frage der Produktprovenienz.
Und hier kommt ein Angebot ins Spiel, dass der Gummersbacher Klosterhof Bünghausen zusammen mit dem Biokreis Erzeugerring NRW  macht. Am Sonntag, den 2. August 2020, bieten sie ein Praxisseminar Hühnerhaltung an (Link zum Veranstaltungs-PDF). Diese Veranstaltung richtet sich explizit sowohl an Menschen, die Hühner im Privatgarten für die Eigennutzung halten möchten, wie auch an die, die eine weitere Vermarktung von Eiern und Fleisch in Erwägung ziehen.

Im dreistündigen Seminar werden Grundlagen zur Hühnerhaltung ebenso vermittelt wie wichtige Tipps von Praktikern, die man nicht online nachlesen kann. Es geht weiterhin um die Wahl der passenden Hühnerrasse, um Stallsyste­me, Futter, Tipps zur Gesunderhaltung und vieles mehr.
Der Klosterhof ist übrigens auch an und für sich einen Ausflug wert. Auf dem Archehof werden alte, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen (Rinder: Rotes Höhenvieh; Schafe: Bergschafe; Hühner: Mechelner Hühner; Pferde: Noriker vom Abtenauer Schlag) gezüchtet und deren Produkte vermarktet.


Einladung auf den Archehof: Wir essen Wildeintopf am Niederrhein

Am 26. Oktober möchte ich Euch den Archehof Gut Heimendahl bei Kempen am Niederrhein zeigen. Dort werden seltene Schaf- und Hühnerrassen gezüchtet sowie Schweine, Puten, Enten und Gänse auf den umliegenden Wiesen gehalten, aufgezogen und später in der hofeigenen Schlachterei verarbeitet, veredelt und im Hofladen verkauft. Alles das kann man sich ansehen. Aber besonders lohnenswert ist das allsamstägliche Eintopfessen in der Spinnstube und im Museumsraum. An besagtem Datum könnten wir am fotografierten Tisch Platz nehmen und die legendäre Hubertus-Wildsuppe genießen. Ich kenne keine bessere.

Bei ausreichendem Interesse (mind. 10 Personen) würde ich alles organisieren. Die Anreise aus Köln bspw. dauert mit dem ÖPNV zwei, mit dem Auto eine Stunde, von Korschenbroich benötigen wir nur halb so lang. Verbindliche Zusagen bitte per Mail an mich. Fragen beantworte ich in den Kommentaren zu diesem Beitrag gerne.

Versteht dieses Angebot übrigens als eine Art Preview auf das Foodcamp Niederrhein 2020.

www.gut-heimendahl.de


Gut Heimendahl, Kempen

Eintopf-Wetter am Niederrhein. Herbststürme und Aprilregen. Dazu Besuch im Haus, der nach ländlichen Attraktionen lechzt. Also die ganz sichere Nummer: Stadtbummel in Kempen, Tiere gucken und essen auf Gut Heimendahl. Heute müsste das hier heißen: Utecht knipst.
Here we go:

Kempen

Turmmühle zu Kempen (1481)

Archehof Gut Heimendahl

Archehof Gut Heimendahl