Gemüse des Monats: Buschbohnen

Der August ist der rheinische Bohnenmonat. Zwar reifen schon im späten Juli alljährlich die gelben Varietäten, doch die komplette grüne Herrlichkeit an Busch- und Stangenbohnen (die zusammengefasst werden unter dem Begriff „Gartenbohne“) ist erst in diesen Tagen zu bewundern. Auf unseren Äckern ist Hoch-Zeit für Phaseolus vulgaris und traditionell wandelt sich das Image dieses Gemüses dann auch auf den Speisezetteln. Von der gelegentlichen Beilage, die zumeist unsinnigerweise und der Convenience-Küche geschuldet in fetten Speck gewickelt auf den Restauranttellern an die Seite von Kurzgebratenem gelegt wird, wird die Bohne nun befördert zur Hauptdarstellerin vieler klassischer Gemüsegerichte der bäuerlichen und bürgerlichen Küche. Da werden schwere Eintöpfe gekocht und leichte Suppen. Bohnensalate werden mal kräutrig frisch, mal fruchtig süß angemacht. Und es wird eingemacht: Aus Buschbohnen werden so, milchsauer vergoren, beispielsweise Bonne ut de Tonn.

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Kurz zu den harten Fakten: Unsere zur Familie der Schmetterlingsblütler zählende Gartenbohne (Ordnung: Leguminosen) stammt ursprünglich aus den Anden, und zwar von der wilden Schlingpflanze Phaesolus aborigineus. Spätestens von den Inkas wurde sie kultiviert und galt als Arme-Leute-Essen. 1543 tauchte sie unter der Bezeichnung „Welsch Bone“ erstmals in Europa auf (beschrieben vom Vater der Botanik Leonhard Fuchs im New Kreuterbuch). Zu der Zeit gab es alleine Stangenbohnen – die niedriger wachsenden Buschbohnen sind wohl im 17. Jahrhundert als spontane Mutation entstanden. Heute hat die Buschbohne die kletternden Sorten aber aus dem Erwerbsanbau praktisch verdrängt und gehört zu einer der wichtigsten Gemüsepflanzen weltweit. In rheinischen Privatgärten jedoch finden sich noch viele Stangenbohnensorten.

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Das folgende Rezept ist eher eine Adaption – und zwar eines norddeutschen Küchenklassikers. „Beer’n, Boh’n un Speck“ habe ich allerdings seiner Heftigkeit und fleischigen Schwere beraubt und den Eintopf in eine fruchtig-leichte Sphäre überführt: als Salat.

Birnen-Bohnensalat (Vorspeise für 4)

500 g Buschbohnen
2 Birnen
1 Zwiebel
1 Zweig Bohnenkraut
Sonnenblumenöl (vom Besten)
Birnen-Balsamessig (alternativ: Apfelessig und etwas Honig)
Salz, weißer Pfeffer

Die Bohnen acht bis zehn Minuten blanchieren. Währenddessen die Zwiebel würfeln und in einer weiten Pfanne in Sonnenblumenöl anschwitzen. Die Birne in feine Scheiben schneiden und mit dem Bohnenkraut zu den Zwiebeln geben. Die Bohnen abgießen und ebenfalls in die Pfanne geben, salzen, pfeffern und durchschwenken. Mit dem Essig abschmecken und in einer Schüssel mindestens 30 Minuten abkühlen und durchziehen lassen. Lauwarm genießen.


Dieser Beitrag ist der achtundzwanzigste in der Reihe “Gemüse des Monats”, die in Zusammenarbeit mit dem Lenßenhof in Mönchengladbach entsteht.


3 Kommentare on “Gemüse des Monats: Buschbohnen”

  1. richensa sagt:

    Den Bohnensalat mache ich bald mal, er liest sich lecker!

  2. Thomas Riedl sagt:

    Hallo Jörg,

    um die Fruchtigkeit zu unterstützen und das Ganze farblich zu kontrastieren, würde ich eine kleine rote Zwiebel oder eine rote Schalotte ganz fein würfeln und nicht anschwitzen.
    Ein, zwei Scheiben luftgetrockneter Schinken können nicht schaden.
    Obwohl – sind nicht aller guten Dinge drei?

    Herzliche Grüße

    Thomas

  3. Lars sagt:

    Der Bohnensalat sieht super aus, den werde ich auch mal ausprobieren!


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