Gestern auf dem Markt

Ab und an gilt es, Vorurteile auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen. Das eigene Raster zu schärfen. Gestern also in der Landeshauptstadt. Auf dem Carlsplatz, ganz eigentlich eine No-Go-Area für Schickimicki-Allergiker und Herzens-Kölner. Ein Besseresser-Markt für in die Jahre gekommene Neureiche und Oberflächen-Apologeten mit dem unbedingten Willen zu sozialer Abgrenzung. La Düsseldorf, pseudokulinarisch.

Dachte ich, bisher.

Und dann stand ich vor Tim Tegtmeier aka PurePastry. Und aß keines seiner sagenumworbenen Törtchen. Auch nicht einen der lakritsigen Apfelringe, die er fortwährend aus der Fritteuse zog. Sondern eine Kreation, mit der er wohl während seiner Zeit im Vendome die Menüs von Wissler gekrönt hat. Mit Namen Asian Fusion. Perfekt und pur und hochkomplex. So geht Süßspeise.

pp

Danke Bernd für die sachdienlichen Hinweise zur Causa Carlsplatz. Danke Tim für den Komponenten-Rap, von dem ich nur den grünen Apfel, die Algenbrösel und das Sando-Beeren-Eis (?) behalten habe. Danke Wetter, denn es war nass und kalt und somit leer auf dem Markt. Genug Zeit also für konzentrierten Genuss.

Ach ja: Alle Vorurteile wurden bestätigt. Ich komme dennoch wieder.

Update:
Inzwischen hat der Meister meinem Gedächtnis auf die Sprünge geholfen. Asian Fusion war im Detail also:

  • Sojamilch Zitronen Thymian Creme
  • Algen Streusel
  • Yuzu Sancho Beeren Eis
  • Fungus, eingelegt in Apfelsaft, Ingwer, Zitronengras
  • Apfel-Jasmin-Tee-Sud


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