Warum ich also doch ein kleinbürgerlicher, deutscher Kulinarikspießer bin

Weil ich auf der Suche nach einem Mittagstisch, nach einfacher wie schneller und guter Büropausenverköstigung, erst hier vorbei kam: lore Auf der Karte am Eingang etwas von „Promo Business Lunch: 15,-“ und angeblich edlem Fleisch las – und intuitiv eine Abneigung entwickelte, die mit nichts begründet war als mit dem ersten Eindruck. Später dann las ich die angebliche Geschichte von Riccardo Lorefice, den Anfängen auf Malta und der kürzlich eröffneten Dependance hier am Kölner Hansaring. Blitzeblanke Oberfläche. Zu glatt, für meinen Geschmack. Auch das Rechercheergebnis war nicht dazu angetan, mein Interesse nachhaltig zu wecken. Zumal eines der ersten Suchergebnisse ein eher negativer Bericht eines Bloggerkollegen war. Und überhaupt ist mir die beinahe totale Fokussierung auf Fleisch als einzigem konzuptuellen Ansatz einer Lokalität nicht sympathisch. Ich ging also weiter, wenige Meter nur – und las dies: venjoy Das andere Ende der kulinarischen Fahnenstange. Zudem ein leichtes Opfer genusskritischer Betrachtungen. So ließ ich mich gar nicht erst auf eine inhaltliche Auseinandersetzung ein, sondern entschied mich auch gegen diesen neuen Laden, weil er schlicht vollkommen leer war. Also nicht nur bar jeglicher Gaumenversprechen – nein, außer einer gelangweilten Thekenkraft befand sich kein Mensch darin. Wieder weiter. Bis ich um eine Ecke bog, und dies erblickte: trat Ein Klischee von einem Viertelsitaliener. Kölsch Apulien am Rande der Altstadt-Nord. Einen kleinen Insalata mista, üppige Spaghetti alla puttanesca, ein zum Glück viel zu kalter Lugana und ein leicht bitterer Espresso für 14,30. Serviert von einem leise Schlager singenden Padrone. Senioren aus der Nachbarschaft, wenige Medienmenschen, Studenten sitzen an blanken Tischen im aus der Zeit gefallenen Gastraum. Keine Anzugträger, keine Hipster. Pures Glück für mein kleines Spießerherz. spag


6 Kommentare on “Warum ich also doch ein kleinbürgerlicher, deutscher Kulinarikspießer bin”

  1. Claus sagt:

    Ganz genau so mach ich dat auch. Laß den Italiener ein Tomatensugo machen und du weisst, was er drauf hat! Hat immer gepasst.

  2. Barbara sagt:

    „An manchen Tagen hör‘ ich mich sagen:
    ,Kinder, mir knurren Seele und Magen‘,
    Lasst uns ein kleines Essen austragen,
    In Lucianos Restaurant!“ (Reinhard Mey)

    Perfekte Wahl.

  3. vilmoskörte sagt:

    Da spießerte ich glatt mit, wäre ich in Köln.

  4. karu02 sagt:

    Danke für den wertvollen Hinweis.

  5. […] Seele (oder aus dem Magen😉 ) spricht mir Utecht schreibt bei seinen Ausführungen, warum er ein kleinbürgerlicher, deutscher Kulinarikspießer […]

  6. Reifengerst sagt:

    Am „anderen Ende der Fahnenstange“ muss Ihr scheinbar fehlender Anstand sein. Es fällt einem wirklich leicht derart gehässig über andere zu urteilen, wenn man selbst einfach keine Ahnung hat über das, was mit der Umsetzung eines gastronomischen Betriebes zusammenhängt. Da Sie jedoch – wie es aussieht – trotzdem die Frechheit besitzen einen solchen Beitrag zu verfassen, erlaube ich es mir als „gelangweilte Thekenkraft“ und „Geschäftsführer“ auf Ihre „Kritik“ einzugehen.

    „Das andere Ende der kulinarischen Fahnenstange.“
    Da Sie offensichtlich keines unserer Produkte verköstigt haben, steht es Ihnen nicht frei derartig über selbiges zu urteilen.
    „Zudem ein leichtes Opfer genusskritischer Betrachtungen.“
    Ich sehe in dieser Aussage eine beleidigende Unterstellung gegenüber unseren bisherigen zahlreichen Kunden, die den „Mut“ besaßen unsere Produkte zu verzehren und äußerst positiv bewerteten, sie besäßen kein „genusskritisches Betrachtungsvermögen“. Allerdings komme ich Ihnen in diesem Punkt entgegen und bestätige an dieser Stelle, dass wir nicht den Anspruch besitzen mit unserem Konzept einer Sternenküche zu entsprechen.
    „So ließ ich mich gar nicht erst auf eine inhaltliche Auseinandersetzung ein, sondern entschied mich auch gegen diesen neuen Laden, weil er schlicht vollkommen leer war. Also nicht nur bar jeglicher Gaumenversprechen – nein, außer einer gelangweilten Thekenkraft befand sich kein Mensch darin“
    Eine INHALTLICHE Auseinandersetzung mit mir bezüglich des Konzepts hätte Ihnen gut getan und sofort bestehende Fragen klären können. Es mag sein, dass wir zum genannten Zeitpunkt noch keinen Besuch hatten, doch lässt dies nicht ohne Weiteres auf die Qualität und den Geschmack unseres Sortiments schließen. Zudem muss angemerkt werden, dass wir mit unserem Konzept mehrere Nischen bedienen, denen Sie scheinbar nicht angehören (Roh/Veganer, Allergiker, Gesundheitsbewusste und Sportler).

    Ich erwarte nicht, dass Sie – als offensichtlicher Mischköstler, der seine Nahrung nicht bezüglich der enthaltenen Nährstoffe und den damit verbundenen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit hinterfragt – das von uns dargebotene Konzept verstehen bzw. nachvollziehen können. Was ich allerdings erwarte ist die Löschung Ihres infantilen Dünnschisses, der vollkommen ohne Anhaltspunkte verfasst wurde. Es stellt offensichtlich eine unbegründete Rufschädigung dar.
    Hätten Sie doch wenigstens den Anstand besessen und sich aus Ihrem Kokon der Anonymität an die Theke getraut, hätte es nicht zu diesem debilen Hirnerguss kommen müssen.

    Ich bitte meine harsche Form der Formulierung zu entschuldigen, doch bin ich der Überzeugung es ist Ihrem fehlenden Niveau angemessen.

    „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal…“ weitergehen!

    Beste Grüße


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