Kartoffelschalenkaramell und Thai-Funk auf dem SCHWARZMARKT 3

Gestern Abend im KIT-Cafe, Düsseldorf: Fünf Bangkoker Bohemiens bringen nonchalant mit ihrem Mix aus traditioneller nordostthailändischer Folklore (Molam) und extrem tightem Asiafunk die gewöhnlich leicht gelangweilten und schnöselig hippen Landeshauptstädter, die ihren Feierabend am Rheinufer zelebrieren, in Schwingung. Good vibrations mit schlechten Getränken. Auch ein Konzept, um durch Enthaltsamkeit die Wahrnehmungsfähigkeit zu steigern. Bei ranzigem Resteriesling bin ich also binnen Sekunden geflasht und in den Bann gezogen der extrem entspannten Bühnenprofis, von denen 3 optisch dem Gangsterklischee aus C-Movies nacheifern und die beiden Frontmänner nicht nur ob ihrer obskuren Instrumente in Coolness brillieren. Sawai Kaewsombat an der khaen und  Kammao Perdtanon an der phin sind Stoiker, in Jahrzehnten auf Jahrmärkten und Plätzen im Isan zur Brillianz gereift und nun zusammen mit ihrer jugendlichen Rhythmusgruppe als Paradise Bangkok Molam International Band auf Tour. Nat Siangsukon, Labelbetreiber und Initiator der Partyreihe Paradise Bangkok-Club, hatte die Truppe 2012 zusammengeführt und zusammen mit dem Briten Chris Menist für ein Revival authentischer Thailändischer Popmusik gesorgt, die es seit den 1950er Jahren gibt. Den beiden verdanken wir auch die großartigen, bei Soundway erschienenen Compilations „The Sound of Siam“.

Wir werden die Platten auflegen auf dem nächsten SCHWARZMARKT, dem nunmehr dritten, der am 12. Juli wie gewohnt im Kölner Marieneck stattfinden wird.  Ich freue mich jetzt schon auf alle Selbermacher unter den Foodies, die ihre überzähligen Vorräte dort eintauschen können gegen die Kreationen der anderen Küchenverrückten.

kkk

Beim letztwöchigen Kochtag auf dem Lenßenhof (Bericht in der Lokalzeitung) gabe es zum süßen Abschluss einen warmen Kartoffelkuchen mit Kartoffelschalenkaramell. Aufgrund einiger Nachfragen verrate ich nun, wie das funktionert mit der delikaten Erdäpfelsoße. Die Idee dazu stammt übrigens aus dem tollen Buch „Von der Schale bis zum Kern 
- Vegetarische Rezepte, die aufs Ganze gehn“ von Bernadette Wörndl.

Reichlich braunen Zucker in einem weiten, schweren Topf langsam karamelisieren lassen. Gleiche Menge Milch mit zuvor dunkel gerösteten Kartoffelschalen und einer halben Vanilleschote knapp unter den Siedepunkt erhitzen und einige Minuten ziehen lassen. (Die dazugehörigen Kartoffeln wurden im Kuchen verbacken.) Dann die abgeseihte Flüssigkeit ins Karamell rühren, mit einer Prise Salz abschmecken und auf die gewünschte Konsistenz einkochen.
Kartoffelkuchen: 300 g mehlige Kartoffeln weichkochen und pressen. 6 Eier trennen, Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit dem Saft einer Zitrone und 200 g Zucker schaumig schlagen. Abgekühlte Kartoffeln und 200 g gemahlene Mandeln hinzufügen und den Eischnee unterheben. Bei 180° 25 Minuten backen.


One Comment on “Kartoffelschalenkaramell und Thai-Funk auf dem SCHWARZMARKT 3”

  1. Barbara sagt:

    Kuchen & Karamell klingen aufregend gut. Mal abgesehen davon, dass die Sauce einfach göttlich aussieht. Bin schwer gespannt auf den Geschmack – wird getestet.


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