Gemüse des Monats: Zucchini

Jeder Hobbygärtner wird bestätigen können, dass Zucchinipflanzen relativ robust sind und allerlei Unbill vertragen. Auch die letzten regenreichen Wochen haben dem Kürbisgemüse nichts anhaben können, die Ernte fällt wie gewohnt reichlich aus. Während ringsherum die Rüben platzen, der Blumenkohl schon zum zweiten Mal abgesoffen ist und die Zwiebeln noch auf dem Feld vergammeln – die Ernteausfälle sind allgemein tatsächlich beträchtlich – prangen die gelben Blüten und grünen Früchte wunderbar auf dem Acker.

zucchini

Die Pflanze gehört zur Kulturgruppe der Gartenkürbisse, Zucchetti (wie sie in der Schweiz genannt werden) werden jung und nicht ganz ausgereift geerntet und gegessen. Dafür wurden sie gezüchtet, nachdem im 16. Jahrhundert die Kürbisse aus Amerika nach Europa kamen. Die heute in Mitteleuropa gängigen Zucchinisorten wurden erst ab 1900 in Italien auf den Markt gebracht. Eine wohlschmeckende alte Sorte, die bereits um 1750 nachgewiesen ist, ist die traditionelle italienische Marktsorte „Costata Romanesco“. Sie bildet große und wohlschmeckende Blüten aus, die eigentliche Frucht ist recht klein. Überhaupt sind Zucchini aus geschmacklichen Gründen stets eher zu früh als in ausgereiftem Stadium zu ernten.

Das folgende Rezept geht auf eine Idee von Claudio del Principe zurück. Er verwendet als Gewürzkraut jedoch Thymian, ganz klassisch. Ich hingegen bin der festen Überzeugung, dass nichts über die Kombination von Zucchini mit Salbei geht. Die beiden sind wie füreinander gemacht. Ansonsten folge ich aber formvollendet ganz dem anonymen italoschweizerischen Koch. Dass er verantwortlich ist für das am 1. September erscheinende Buch Italien vegetarisch, ist für mich nicht nur folgerichtig, sondern mit einer immensen Vorfreude verbunden.

Zucchini-Röllchen (involtini di zucchine)

2 mittelgroße grüne Zucchini
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 EL Pinienkerne
3 EL Paniermehl
1 Ei
Olivenöl
Frischer Salbei, feingeschnitten
Salz, Pfeffer, Muskat

involtini di zucchine

Zucchini mit dem Sparschäler längs in Scheiben schneiden, salzen und 30 Min. ziehen lassen. Derweil Zwiebel und Zucchiniabschnitte in Olivenöl langsam weichschmoren, mit Salbei und den Gewürzen abschmecken und abkühlen lassen. Mit im Mörser grob angestoßenen Pinienkernen, dem Paniermehl und dem Ei vermengen. Die Gemüsestreifen abtupfen und mit 1 TL der Fülle aufrollen. Mit einem Zahnstocher durchstechen und aufrecht in eine geölte Auflaufform stellen. Bei 180° 30 Min. im Backofen garen. Als Vorspeise für 4 Personen zu einem gut gekühlten Glas Soave Superiore reichen. Oder Rieslingsekt trinken, wie immer.


Dieser Beitrag ist der zehnte in der Reihe “Gemüse des Monats”, die in Zusammenarbeit mit dem Lenßenhof in Mönchengladbach entsteht.


7 Kommentare on “Gemüse des Monats: Zucchini”

  1. Steffi R. sagt:

    Yammi, toll geschrieben und ich kann nur zustimmen. Eine erntereiche Pflanze und so vielseitig ud lecker. Lg Steffi

  2. nata sagt:

    Echt jetzt? Salbei? – Ich werde das in den nächsten Tagen mal versuchen. Selbst, wenn man nicht selber anbaut, wird man ja derzeit mit Zucchini totgeschmissen. Vielleicht rolle ich ein paar mit Thymian und ein paar mit Salbei, und dann lasse ich beide gegeneinander antreten. Mal sehen, welche schneller sind.

  3. vilmoskörte sagt:

    Schöner Bericht, sehen auch sehr lecker aus, deine Involtini. Ich vermag diesem mir geschmacksarm erscheinenden Gemüse nicht viel abzugewinnen, aber mit Pinienkernen und Zwiebeln gepimpt, schmeckt’s mir wahrscheinlich auch.

  4. utecht sagt:

    @ Steffi: Danke. Hast Du selber welche im Garten?
    @ Nata: Mach mal und berichte. Ist natürlich alles eine Frage der persönlichen Präferenzen und der Dosierung.
    @ Vilmos: Bestimmt. Gerade weil Zucchini selber alles andere als dominant sind, funktionieren sie mit allerlei Aromaten.

  5. karu02 sagt:

    Danke für dieses Rezept. In diesem Jahr haben wir vorsichtshalber nur zwei Pflanzen gesetzt, die produzieren aber immer noch zu viel für zwei Personen. Es wird also früh gepflückt und viel verschenkt.

  6. […] habe es getan: ich bin: Ihnen. Allen. Gefolgt. Und habe SIE ausprobiert, die Zucchiniröllchen. Als Vorspeise. Ohne Zwiebeln, aber mit […]

  7. […] hatte die Idee vor einiger Zeit veröffentlicht und Jörg vom Niederrhein hat das Rezept leicht variiert. Ich bin der Meinung, das Petersilie und ein Hauch Knoblauch bestens […]


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