Gemüse des Monats: Broccoli

Im letzten Jahr lösten Berichte zu angeblich gentechnisch veränderten Bio-Kohlpflanzen (Stichwort: CMS) Irritation bei betroffenen Verbrauchern und Beißreflexe bei grundsätzlich „kritischen“ Medien und bewussten Bioverweigerern aus. Ein „Hab ich’s doch schon immer gewusst, dass dieser ganze Biohype auf Lug und Trug basiert!“ war als Reaktion vielfach zu hören und zu lesen – und war doch nur eine Variante des immergleichen „Wird man ja wohl noch sagen dürfen“ der Ewig-Gestrigen.  Denn ganz eindeutig wurde hier nichts so heiß gegessen, wie es (hoch)gekocht wurde. Zur Erklärung: Mittels Zellfusion wurden Hybride gezüchtet, die sich nicht selbst bestäuben, also vermehren können. Dies führt zu höheren Erträgen – und zementiert das Geschäftsmodell der Saatgutindustrie. Im Fokus der marginal berechtigten Vorwürfe stand der Broccoli.

broccoli

Hintergrundinformationen zu diesen Vorwürfen hat die Verbraucherzentrale aufbereitet. Die drei großen Verbände Demeter, Bioland und Naturland schließen den Anbau von CMS-Hybriden aus. Die Branche ist zudem sensibilisiert, zukünftig noch stärker auf die Herkunft konventionell gezüchteter Sorten Acht zu geben – und idealerweise Alternativen zu entwicklen und einzusetzen. Beim Einkauf von Gemüse von Mitgliedsbetrieben der genannten Verbände ist zumindest Entspannung angesagt. Die Sau ist durch’s Dorf getrieben, der Staub hat sich gelegt und zurückgeblieben ist: gutes Gemüse.

Wie eben dieser Broccoli, der in knapp 50 Tagen zur Erntereife gebracht wurde. Da die Pflanzen deutlich weniger kälteempfindlich sind als beispielsweise der nahe Verwandte Blumenkohl, sind sie so früh und frisch als Diesjährige im Handel. Und auch in der Küche verfügbar – doch Obacht: Egal ob früh oder spät im Jahr, der Broccoligenuss leidet unter einem gewissen Gesundheitswahn, der Raum griff in den vergangenen Jahrzehnten. Da wurde er nur noch kurz blanchiert und möglichst salzarm knackig gegegessen. Ein Genuss ist das nicht, im Gegenteil: Mut zur Temperatur und ausgiebigem Garen zahlt sich aus. Kollege Claudio hat dazu eigentlich schon alles geschrieben. Hier also meine Version von

Orecchiette e Broccoli

broccoli2

1-2 Broccoli
250g Orecchiette
2 Knoblauchzehen
1 Peperoncino
100 ml bestes Olivenöl
3 Sardellen
Salz

Öl erhitzen und mit Knoblauch, Peperoncino (Chili) und Sardellen in einer weiten Pfanne oder im Wok aromatisieren. Die zerkleinerten Broccolistrünke hinzugeben und langsam weichschmoren und zerstampfen. Die Nudeln zusammen mit den Broccoliröschen in Salzwasser kochen und tropfnass in die Pfanne geben, durchschwenken und aufessen. Kein Käse. Vielleicht ein Glas Rieslingsekt. Das passt immer.


Dieser Beitrag ist der achte in der Reihe “Gemüse des Monats”, die in Zusammenarbeit mit dem Lenßenhof in Mönchengladbach entsteht.


2 Kommentare on “Gemüse des Monats: Broccoli”

  1. vilmoskörte sagt:

    So schön grün bleibt er meistens nicht, vor allem, wenn man ihn länger kocht. Ich brate ihn auch gerne in der Pfanne in feinem Olivenöl.


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