Tageslieder für den Jahresendmix

Einer guten Tradition folgend veröffentliche ich in der ersten Januarhälfte meinen musikalischen Überblick des vergangenen Jahres als so genannten Jahresendmix (Tonträgerproduktion läuft) . Nach 2011 und 2012 folgt nun die popkulturelle Überhöhung des abgelaufenen Jahres 2013 – mit einer etwas anderen Vorgehensweise. Nicht inhaltliche Klammer wie die 11er Frauenmusik und die deutsche Kompilation im Vorjahr, sondern ein Best-of des eigenen Spin-offs sollte die Auswahl der einzelnen Lieder bestimmen. Denn in 2013 hatte mein Zweitblog songoftheday. über 340 Postings zu verzeichnen und kam erstmals in seiner Historie dem eigenen Anspruch gefährlich nahe.

Dabei sind meine „daily tunes“ in erster Linie Vielhörers Tagebuch und Hilfe gegen das Vergessen. Zu über 60 % handelt es sich um Neuveröffentlichungen, die mir im Netz und im wahren Leben zu Ohren kommen. 20-30 % sind Songs vergangener Zeiten, die verspätet in mein Bewusstsein drangen. Der Rest schließlich schmeckt wie olle Kamellen, ist Wiederentdecktes oder persönliches Immergrün, das im Rahmen meiner kleinen Musikmission meiner werten Hörerschaft ich anempfehlen möchte.

Ich habe mich also nochmals komplett durchgehört, tagelang, gefiltert nach Gefallen und Verfügbarkeit. Aufgefallen ist mir dabei ein deutlicher afrikanischer Einschlag entweder direkt bei Ursprung von vielerlei Musik oder aber in der Rhythmik. Das Revival von Afrofunk und -soul der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist offensichtlich nicht spurlos an mir vorübergegangen. Weiters waren Einflüsse elektronischer Musik häufig anzutreffen, fielen aber oft durch das Nachhaltigkeitsraster. Die Präsenz deutschsprachiger Künstler ist konstant im Plattenschrank des Gesindehauses. Hier bezieht sich nach wie vor vieles auf die 80er.

Aber genug der Worte – here we go:

  1. The Rift Valley Brothers – Mu Africa
  2. The Uncluded – Earthquake
  3. Die Goldenen Zitronen – Scheinwerfer und Lautsprecher
  4. Elvis Costello And The Roots – Walk Us Uptown
  5. Chuckamuck – Hitchhike
  6. Hans Unstern – Ich schäme mich
  7. Jonwayne – Ode to Mortality
  8. Sølyst – Pierbourg
  9. Shannon And The Clams – Rip Van Winkle
  10. Gregory Porter – 1960 What?
  11. 1939 Ensemble – Sad French Song
  12. KH aka Four Tet – The Track I’ve Been Playing That People Keep Asking About And That Joy Used In His RA Mix And Daphni Played On Boiler Room
  13. Angelo di Blu – Il mio amore per te
  14. Jet Bumpers – I wanna be like Milhouse
  15. NRFB – Kill mainstream
  16. King Khan & the Shrines – Bite My Tongue
  17. Mount Kimbie ft. King Krule – You Took Your Time
  18. PAON – Shine Over Me
  19. Voltarenes – Dreieinhalb
  20. Eva Be feat. Pegah Ferydoni – She Walks Alone
  21. Paul Kuhn – Charming Boy

Drei Songs, die aus unterschiedlichen Gründen als letzte durch’s Raster fielen – eigentlich: weil der Tonträger voll war – sollen hier noch besondere Erwähnung finden. Die wunderbare Stuttgarter Band Die Nerven hatte am 1. April auf ihrem Blog eine EP mit Namen „Kartoffel“ zum kostenlosen Download veröffentlicht. Leider nur für 6 Stunden. Aber mein Favorit schwirrt immer noch im Onlineuniversum und ist eine Hommage an den großen DJ Ötzi: Ein Stern.

Fast schon überhört habe ich mich an der Musik von Will Holland aka Quantic. Was aber bleibt ist die Tatsache, dass ich bei keinem anderen Konzert in 2013 mehr Spaß hatte als beim Gig von Ondatropica in Venlo. Daher hier nun der Ska Fuentes.
Und abschließend sei noch hingewiesen auf einen großen Künstler und amerikanischen Jodler, der bisher durch mein Wahrnehmungsraster gerasselt war. Leon Thomas ist leider schon 15 Jahre tot, hat uns aber feine Jazzmusik hinterlassen wie zum Beispiel den Track Umbo Weti.

Viel Spaß beim Hören!


6 Kommentare on “Tageslieder für den Jahresendmix”

  1. Afra Evenaar sagt:

    Das will Zeit zum Hören.

  2. Michael Rosenthal sagt:

    Ja, ich oute mich als Radiohörer.
    Mainstream.
    Eigentlich irgendwo nirgendwo zwischen Tubullar Bells, Queen, Frampton und Peter Gabriel gestrandet, optisch noch dazu fixiert auf ABBA, Zappa und Helene Fischer – okay, streich die Fischer.

    Jedenfalls könnte ich nicht behaupten, würde es mir nie anmaßen, diese Deine Playlist zu bewerten, kenne ich doch nur ZWEI der Interpreten 😉

  3. utecht sagt:

    @afra:
    bald auch in deinem briefkasten 🙂

  4. vilmoskörte sagt:

    Porter gefällt mir, aber das wusste ich vorher schon. Heinz Erhardt passt gut zu Paulchen. Ansonsten: Heftig. Und Angelo di Blu ist auch nicht besser als Helene Fischer – meinen die das ernst?Soundcloud bleibt bei mir – aus welchen Gründen auch immer – oft still 😦 Mir scheint, Soundcloud ist für Musik, was Instagram für Bilder ist.

    • utecht sagt:

      Soundcloud läuft bei mir zu 99 % stabil, komisch.
      Und zu Herrn di Blu: Das ist ein Projekt eines befeundeten Künstlers, der ansonsten Noise und Hardcore macht. Zweites Standbein, quasi 😉

  5. oachkatz sagt:

    Das Elvis Costello and The Roots – Album habe ich mir auf Deinen Tipp hin zugelegt und nicht bereut. Jetzt höre ich mich mal durch den Rest und sehe, ob ich noch ein paar Perlen finde.


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