Was vom Elend übrigblieb

Gerade rief mich meine Schwester an. Ob es mir nicht gut ginge. Ihr sei zugetragen worden, ich hätte über’s Wochenende lauter seltsame Sachen gepostet. Immer wieder sei von „Frustessen“ die Rede gewesen. „Alles in Ordnung, Bruder?“

Nein. Denn es war Vinocamp und ich konnte nicht dabei sein. Aus broterwerblichen Gründen blieb mir der Genuss von Butterweinen und das Treffen mit vinophilen Netzfreunden kurzfristig versagt. So nutzte ich immerhin die Nächte zu einer kleinen Serie, die den Namen trug: „#vcd13 abwesenheitsfrustfressen“. Dabei sprangen allerdings drei Fischteller heraus, die mir gut gelangen und final sogar eine so noch nie dagewesene kulinarische Kreation mit sich brachten: Die Schollenrolllasagne.

schollenrolllasagne

Flugs ein paar Lasagneblätter gekurbelt und vorgekocht, Paprika gegrillt und gehäutet, eine Café-de-Paris-artige Sauce gebraut und eine Scholle verrollt und in der Sauce gebacken. Alles aufgegessen, dazu eine Flasche Mathilde von Tuszien getrunken und das Leid der Welt vergessen.

Es gab also keine Reste. Dennoch möchte ich ein paar Fragen beantworten, die meine Freundin Nata in ihrem Artikel Montagskrümel gestellt hat:

1. Der Geschmack vom Wochenende?
Eindeutig Müller Thurgau. In Form der oben schon erwähnten wilden Mathilde. Ein Wein wie von der Aromakanone beschossen. Darin schwimmt jeder Fisch gerne.

2. Und die Reste?
Etwas Pastateig. Und Erdbeermark, das nicht mehr hineinfand in die Tomatensauce zum freitäglichen Saibling.

3. Was kannst Du weiter verwenden?
Beides. Nur nicht zusammen.

4. Was muss entsorgt werden?
Eine Flasche Riesling von der Ruwer. Zur Korkendiskussion hat Felix Bodmann alles Essentielle geschrieben und für den Text am Wochenende völlig zurecht den ersten Wein Online Award gewonnen.

5. Wonach schmeckt die nächste Woche?
Wer weiß das schon, Montags. Wahrscheinlich wird die erste eigene Kartoffelernte hinter dem Gesindehaus beginnen. Leyla will raus. Alles andere haben die Schnecken erledigt.

Gerade lese ich übrigens, dass die Herren Würtz und Lippert das Motto für das Vinocamp 2014 schon festegelegt haben. Und sich dabei des Titels dieses Blogs bedient haben. Das werde ich dann vor Ort zur Sprache bringen. In Geisenheim, bei „Speis und Trank„.


3 Kommentare on “Was vom Elend übrigblieb”

  1. nata sagt:

    Gut gemacht! Mit Café de Paris kann man jeden Frust runterschlucken, das hilft einfach immer. Vielleicht schaffe ich es im kommenden Jahr auch mal zum Vinocamp. Aber das sage ich wohl nicht zum ersten Mal.

  2. Thomas sagt:

    Joerg, ich hoffe wir können uns irgendwie einigen was die Verwendung von „Speis & Trank“ für #vcd14 angeht 🙂

  3. utecht sagt:

    @thomas
    klar doch 🙂
    ich halte einfach eine session zu dann 5jährigem bloggen unter diesem motto.


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