Auvergne 1: Linsen aus Le Puy

Le Puy-en-Velay (Fotos) ist die Hauptstadt des Départments Haute-Loire am Rande der herrlichen Auvergne und ein reichlich pittoresker Flecken Erde. Da wir dort die erste Berührung hatten mit unserer Zielregion im französischen Massif central, beginne ich meine Reihe von Auvergne-Berichten mit der leckersten Tochter der Basaltkuppenstadt. Auf vulkanischem Untergrund wird in circa 10 Kilometer Umkreis um den Ort – bis zum Fluss Allier – eine kleine, feste, grüne Linse angebaut: La Lentille Verte du Puy A.O.C. Enge Verwandte werden auf der Schwäbischen Alb kultiviert.

Puy-Linsen benötigen nur eine kurze Garzeit, da sie über eine ziemlich dünne Schale verfügen. Die kernige Konsistenz und der nussigerdige Geschmack sowie die relativ große Produktionsmenge haben für eine weite Verbreitung in den gehobenen Restaurantküchen dieser Welt gesorgt. Ich verwende sie gerne in Kombination mit Pasta oder als Einlage in klaren Suppen. Als klassische Salatlinse ist sie der Star in folgendem Rezept, für die Linsensuppe ist die Frucht jedoch ungeeignet. In der Auvergne sieht man das bisweilen übrigens anders, dort existieren Zubereitungsformen, deren Ergebnis ein sahnig-matschiger Hülsenbrei ist.

Puy-Linse, Reis, Ananas

Linsen-Ananas-Reis: Ein Klassiker der Gesindehausküche. Warm oder kalt zu genießen, mit reichlich frischem Koriander und einer Blüte desselben. Ich lasse dazu feine halbe Zwiebelringe in Erdnussöl karamelisieren und füge dann Knoblauch und einen geeigneten Langkornreis hinzu (kein Basmati). Dann wird mit dem anderthalbfachen Volumen Wasser aufgegossen, kaum gesalzen, und das ganze ausquellen lassen. In der Zwischenzeit gare ich Puylinsen 15 Minuten in ungewürztem Wasser und weniger rote Linsen fünf Minuten in Gemüsebrühe. Eine nicht zu reife Ananas wird geschält und in feine Würfel geschnitten. Kurz vorm Servieren wird alles samt Koriander vermengt und gegebenenfalls mit weißem Balsamico am Säurepegel nachjustiert.

Dazu passt vorzüglich das eine oder andere Glas Sauvignon Blanc von  Robert Boudier und Elmar Koeller aus Stetten vor dem Donnersberg. Die Hypemaschine hat die Winzer auf der Schnittstelle von Pfalz und Rheinhessen im sozialen Netz über meine Wahrnehmungsschwelle gehievt – zum Glück. Die ganze Kollektion ist empfehlenswert, Punkt.

 


2 Kommentare on “Auvergne 1: Linsen aus Le Puy”

  1. Afra Evenaar sagt:

    Sieht wunderschön aus. Die Ananas ist natürlich wieder eine Herausforderung für mich.

  2. oachkatz sagt:

    Die Ananas lasse ich weg. Da mir ja immer der Zugang fehlt zur Auvergne oder gar nach Castelluccio, überlege ich, eine der besten nahe der Alb anzurufen und ume ine Lieferung Alb-leisa zu bitten … oder noch besser: ich fahre sie besuchen 😉


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