Juniaroma: Garten-Senfrauke und Erdbeeren

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die in Gartenrauke/Rucola enthaltenen Senföle (Isothiocyanate=ITC) zur erfolgreichen Krebsprävention beitragen können. Siehe hierzu bspw. die Dissertation von J.F. Schröder vom Institut für Innenraum- und Umwelttoxikologie der Uni Gießen. Die Erforschung naturheilkundlicher Verfahren steckt bisweilen zwar noch in den Kinderschuhen und deren Protagonisten versprühen immer noch einen latenten Kräuterhexencharme, aber Rucola ist gesund und macht glücklich. Das habe ich in einem streng subjektiven Feldversuch eindeutig belegen können – auch wenn ich ansonsten die  böswillige oder auch nur beiläufige Vermengung von Kulinarik und Medizin ablehne. Ich esse, um genussvoll satt zu werden und koche nicht nach der in randomisierten kontrollierten Studien belegten Wirksamkeit von Inhaltsstoffen. Meine Evidenzbasis ist der Geschmack.

Derjenige des aktuellen Monats Juni ist eindeutig die banale Kombination von Rauke und Erdbeeren. Müßig zu erwähnen, dass es sich bei den Grundprodukten um solche allerbester Qualität handeln muss. So fand ich in einem vor Zeiten vom mir bebauten Garten einige wildwuchernde Rucolapflanzen, die offensichtlich jedes Jahr wiederwachsen, obwohl die einschlägige Fachliteratur von Einjährigkeit ausgeht. Die Charakterschärfe des Senföls ist absolut dominant, nussige Aromen sind kaum mehr wahrnehmbar. Die Blätter sind dicker als bei handelsüblicher Ware, ohne jedoch grob oder zu fest zu sein. Fleischig fast. Der direkte Genuss macht spürbar die Atemwege frei und ist Derivat für den etwaigen Gebrauch von Pfefferminzpastillen oder Kaugummis.

raukeerdbeeren

Etwas Mosto Cotto vom Riesling, wenige Tropfen Rapsöl sowie Meersalz bilden ein leichtes Dressing, das aus diesem Salat einen Hochgenuss macht – weil es das Grün perfekt verbindet zu in Scheiben geschnittenen Erdbeeren vom Lieblingshof. Letztere haben erst jetzt die richtige Reife, durchgerötet und ausbalanciert süßsauer. Sie dürfen wie die Rauke nur kurz marinieren, sonst wird beides matt.
Dazu bildet das aktuelle Album von Angeline Morrison den frühsommerlichen Soundtrack. Soul und Bossa und Latinfunk und akustische Afrobeats bilden das Fundament, auf dem die lockerverlebte Stimme ihre volle Wirkung entfaltet. Alles in allem ein „feeling sublime“.


4 Kommentare on “Juniaroma: Garten-Senfrauke und Erdbeeren”

  1. Afra Evenaar sagt:

    Nachdem man Erdbeeren auch in Tomatensauce verkochen kann und Tomaten sowieso manchmal eine leichte Erdbeernote haben, lasse ich mich gerne davon überzeugen, sie auch mal mit Rauke zu probieren. Nur zu Rapsöl finde ich einfach kein Verhältnis.

  2. karu02 sagt:

    Die Rauke in meinem Garten säht sich auch immer selbst aus und ist nicht zu vergleichen mit dem, was zu kaufen ist. Erdbeeren gibt es auch mehr als genug, ich werde also beides vereinen, nach Deiner Anregung. Danke.

  3. kormoranflug sagt:

    Leckere, frische Kombination.

  4. oachkatz sagt:

    Werde ich ausprobieren.


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