Kaffee und Kuchen: Die Tendenz geht zum Drittblog

Die beste aller Welten ist hier. In der Provinz, die strahlt in ihrer pittoresken Verschrobenheit. Mit Menschen, die ebenso sich verhalten. Und doch  von Landlustkitsch nichts wissen. Rockers Ruhesitz neben dem Herrenhaus. Ein Wassergraben. Ein Waldkauz als Abendnachbar. Sonst nicht viel.

Dass es nur 15 Minuten Fahrzeit sind bis in die Metropole an der Düssel und wenig mehr als eine halbe Stunde in die Domstadt, macht das infrastrukturelle Glück perfekt, geschenkt. Zumindest optional. Es gibt aber auch evidentere Nachteile als das Kreischen der Nilgänse, wenn sie im Morgengrauen bruchlanden in den gräflichen Fluten. Allerlei Nagetiere verschiedener Größen, die sich nachts durch’s Fachwerk fräsen. Beispielsweise.

Nach einem langen, feuchten Winter ist zudem alles Matsch. Und wo der Grund trocken scheint, geht es sich doch wie auf einem Wasserbett. Das Rauschen des Windes in den Baumkronen: Wenn sonst nichts ist, ist dies beinahe Lärm. Okay – mir fällt kein tatsächliches Negativum ein. Es fehlt eigentlich nichts, dafür gibt es alles. Nur auf Menschen muss man achten.

Besser gesagt: Darauf, dass sie hierher finden. Denn mal „eben so“ kommt keiner vorbei – da muss schon geladen werden. Aber das ist bisweilen mühsam. So haben wir ein alternatives Instrument ersonnen, eine alte Tradition reanimiert und mit aktuellen Vorlieben verbunden. Ein Kaffee-und-Kuchen-Salon. Ein sonntäglicher Jour fixe. Es gibt ein paar Regeln: Wir backen niemals zweimal. (Das steigert den Küchenspaß: Immer ein neues Kuchenrezept wird kreiert und ausprobiert. Mit allen damit verbunden Potentialen.) Wer kommt, der kommt. Allerdings wird um Ankündigung gebeten. Es muss nicht nur das auf dem Kuchen-, sondern auch der Plattentellergenuss ertragen werden. Hans Martin ist immer dabei. Und meist auch DJ Hollerbusch.

kuk

Backen ist ja nicht wie Kochen Rock’n’Roll. Eher was für kulinarische Korinthenkacker. Messen und wiegen ist ganz eigentlich Apothekersache. Ich bin Küchenfreestyler. Allerdings ist es uns gelungen, postjuvenilen Übermut zu domestizieren. Rezepte werden geschrieben und befolgt. (Mehr oder weniger!) Zur diesbezüglichen Dokumentation – und damit nicht vergessen wird, wer wann was aß – gibt es seit kurzem einen Drittblog. Jeden Sonntagabend schreibe ich da rein, was sich so zutrug, im Gesindehaus.

Kaffee und Kuchen – Sonntags im Gesindehaus

Ein Foto, ein Rezept, die Gästeliste. Aus.


6 Kommentare on “Kaffee und Kuchen: Die Tendenz geht zum Drittblog”

  1. oachkatz sagt:

    Und wo beklage mich über unzumutbares Appetitanregen? Über fehlende Bezugsquellen? Oder wenigstens Rezepte für die Zutaten? (Stichwort: glattgerührtes Mandarinengelee)

    • utecht sagt:

      Der Handel bietet seit Wochen so genannte „Saftmandarinen“ feil. Aus deren Saft haben wir Gelee gekocht – unter Beigabe von reichlich Mandarinenschalenzesten.

      • karu02 sagt:

        Die Schalen waren ungespritzt. Wo bekommt man denn so was? Mandarinengelee habe ich noch nie gegessen und würde es sehr gerne probieren.

  2. vilmoskörte sagt:

    Ich glaub, ich muss mal wieder westwärts fahren, die Laura sind inzwischen auch alle gegessen. Und die Blutwurst ist schon lange alle.

  3. Ach wie hübsch, eine variable Kuchenkochgruppe. Guten!

  4. utecht sagt:

    @karu:
    Für den Saft haben wir ehrlicherweise konventionelle Früchte genommen, die Schalen stammen natürlich von Biomandarinen – hierher: http://www.lenssenhof.de/hofladen.html

    @vilmos:
    wir würden uns freuen!

    @schnickschnackschnuck:
    danke 🙂


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