Graupen und Rüben

Da der Tag extrem sexy begann – mit Discofunk aus Lagos im Bademantel – musste mittags mal was Bodenständiges folgen. Regional, saisonal, natürlich – das können die Leute nicht nur im Norden. Von der Scholle in den Topf – so koche ich gerne. Nicht immer esse ich die Ergebnisse mit gleicher Freude, zugegeben. Aber es finden sich meist Begeisterte. Und satt wurde auch ich, von einer lustigen Mischung aus groben Gerstengraupen, Steckrüben und frischem Ziegenkäse.

Grobes Gerstengraupengericht im Garten

Grobes Gerstengraupengericht im Garten

Gedanken an Mutters Graupensuppe bringen mich noch heute um den seltenen Nachtschlaf. Eine schleimige Aromenwüste erinnere ich, die Absenz jeglicher Frische und die Konsistenz von Tapetenkleister. Da aber wahrscheinlich die gemeine Graupe gar nichts dafür konnte, dass mir in unseeliger Jugendzeit der Gaumen verschmiert wurde, gab ich ihr heute – nach kurzem Besuch im Reformhaus (Hit and run! Warum Reformhäuser üble Orte sind, weiß ein jeder mit sinnlichem Restempfinden!) und längerem auf dem Markt – Ausbeute: eine Steckrübe, einige Rote Beete und Suppengrün – eine erneute Chance.

Ich tat dies: Gemüsesuppe gekocht, um Brühe zu erhalten, mit der ich dann die Graupen aufgesetzt habe und circa 30 Minuten weichgekocht. Währenddessen in der Restsuppe Teile der Rübe garziehen lassen. Zuvor hatte ich jedoch die Beete in Alufolie gewickelt und im Ofen bei 160° zwei Stunden gegart. Ziegenfrischkäse von Konnen in Ziegenmilch aufgelöst. Gesalzen und mit einem Lorbeerblatt aromatisiert. Aus Rübe und Beete Kugeln gestochen und die Graupen mit der Sauce vermischt. Angerichtet und gegessen. Es gab ja nichts anderes.

 


10 Kommentare on “Graupen und Rüben”

  1. Lakritze sagt:

    Im Garten –! Da gab’s das Ganze gewiß mit Gänsehaut und Gebißgeklapper.

  2. David sagt:

    Das mit der Bete im Ofen klingt gut! Ich liebe Rote Bete, aber habe sie bisher nur zu Salat (mit Kümmel, Essig usw.) verarbeitet.

  3. oachkatz sagt:

    Ich hätte mitgegessen, gerne sogar.

  4. utecht sagt:

    @lakritze
    Selbst beim Fotografieren schlotterten mir die Knie!
    @david
    So behält sie ihre volle Aromatik.
    @oachkatz
    Hätt ich das geahnt – ich hätt gar auf meinen Teil verzichtet…

  5. queenofsoup sagt:

    aber: wer bloggt, der bloggt. egal wie enttäuschend das kochresultat… bei solchen brutaltemperaturen wie derzeit haben es so eiserne wie du sicher auch leichter. ich stell mir grade vor wie das unglückliche gericht dann beim fototermin im garten dann auch noch auskühlt. ich hätt dir gern ersatzweise von meiner wärmenden hühnersuppe abgegeben, du hättest doch nur fragen müssen.

  6. Ich hoffte auf den Schneeochsen.
    Graupen! *schüttel*

  7. Lakritze sagt:

    Ich gehöre zu der Gruppe von Menschen, die das als Kind nieniemals gegessen hätten, weil sie dachten, es hieße »Raupen«.

  8. 6kraska6 sagt:

    So richtig funky find ich Graupen trotz des schönen Textes immer noch nicht…

  9. utecht sagt:

    @qos
    ich merk’s mir für’s nächste mal 😉

    @AT
    kommt noch…

    @lakritze
    oh, ein weiteres „schwarzernegerwumbaba“-phänomen!

    @kraska
    same here! danke.

  10. Afra Evenaar sagt:

    Ich esse ja fast alles gern (wenn’s gut gekocht ist), so auch Graupen. Nur nicht in jeder Kombination. Und bei dieser hier würde schon eher den anderen am Tisch den Vortritt lassen.


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