Winebank, Sessions, Rieslingdominanz

Snobbismus 2.0. Auch das ist zu beobachten beim Vinocamp 2011 – und zwar auf der abendlichen  Party in Hattenheim. Die Winebank ist ein genialer Ort zum Feiern, stylish ausgebauter, weit verwinkelter Gewölbekeller unterm Weingut Balthasar Ress. Ein Betrieb, bei dem schon lange nicht mehr der Wein allein im Fokus steht, mit allen Auswirkungen, die solcherlei Tun mit sich bringt. Eventlastig, szeneaffin, schlagzeilenträchtig. Pioniergeist auf Sylt, das Weinsortiment heißt Portfolio, und schließlich Schließfächer für Porschefahrer. Wo Menschen, die schon alles haben, ihre edlen Tropfen auf die Winebank tragen können.

Vinocamp@Winebank

Vinocamp@Winebank

Was auch immer ich von dieser Geschäftsidee halte: Edel ist das Ambiente, schlüssig das Design, hochemotional das Setting. Die Vinocamper (Twitter: #vcd11) an diesem Ort: Das fühlte sich jedoch ein wenig so an, als wäre das CBGB’s in der Met reinkarniert. Dass die kredenzten Weine vom jungen VDP solide waren, jedoch nicht brilliant, und die Musik medioker, brachte keine Unwucht in diesen großartigen Abend. Denn die vielen kleinen Widersprüche, die Melange von rau und glatt, die mulipel konträren Sinneseindrücke fügten sich dann doch zum Ganzen.

Cordula Eich macht Werbung: Für ihr Buch und für Discounter-Weine

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So war auch das samstägliche Restprogramm des Barcamps verlaufen. An weiteren spannenden, lehrreichen und teilweise sich im Vagen verlierenden Sessions partizipierte ich. Ob die Bedeutung von Discountern für Weinhandel und Käufer, die Auswertung von Social-Media-Kampagnen im WeinWeb (ein spannendes Forschungsprojekt der FH Geisenheim) oder das große Come-Together zum Thema Blogs und Medienrecht.

Ein Versuch zur Medienanalyse

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Höhepunkt des Tages war jedoch das so genannte Social Tasting. Jeder der 110 Teilnehmer hatte zwei Weine mitgebracht, die dann höchst kommunikativ und dynamisch zusammen verkostet wurden. Wie so vieles in diesen Tagen im Rheingau war auch dies sehr Riesling-lastig. Was wenig überrascht, wenn man den Veranstaltungsort bedenkt; aber auch die gesamte Tendenz der deutschen Wein-Aktivitäten im Netz.

Nicht nur Arthurs Tochter probiert mit Hingabe

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3 Kommentare on “Winebank, Sessions, Rieslingdominanz”

  1. Hingabe ist hier wohl das richtige Wort! Und ich kann mindestens so gut trinken wie Du schreiben, word!
    🙂
    Schön war es und dies ein Bericht, dem nichts hinzuzufügen ist.

    • Die Weine waren meiner Meinung teilweise definitiv sehr gut, und außerdem für den Zweck -einer Party- perfekt ausgewählt. Mit GG`s wäre wohl der Endpegel früher erreicht worden und die Stimmung versumpft. Über Musikgeschmack ließe sich streiten, ohne jedoch auf ein Ergebniss zu kommen, und bei einem so breit gestreuten Publikum MUSS es medioker sein, damit für jeden was dabei ist. Polarisation ist hier eher unangebracht. Es war ein durchgehend sehr schöner Abend.
      PS: Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen: der Silvaner von Bickel Stumpf und der Rausch Kabinett von Zilliken waren die Highlights des Abends !

  2. utecht sagt:

    @AT
    Jawoll. Und: Danke.
    @KJT
    Schön nicht, aber großartig! Und beim Silvaner bin ich absolut bei Dir.


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