Vinocamp 2011: Auftakt deluxe

WeinWeb goes real world. Ausgerechnet im Rheingau, dem Hort überkommener Strukturen, etabliertester Betriebe, traditioneller Gediegenheit. Das  Image, die Marke (um mal den Titel aufzugreifen der Session, in der ich gerade sitze) hat folgenden Kern: Qualität, Hochpreisigkeit, Weltwirkung, Riesling, Zielgruppe 50+.
Wir sind also auf dem campusgeisenheim und arbeiten am ersten deutschen Vinocamp (Twitter: #vcd11) . Dynamik und digitale Innovation zelebriert von Praktikern, Multiplikatoren, Idealisten. Initiativ war der ganze Haufen ein Feiervolk, gestern abend in der Sektkellerei Bardong.

Die Vinocamp-Organisatoren Thomas Lippert und Dirk Würtz, zusammen mit Sommelier Hendrik Thoma (v.r.n.l.)

Die Vinocamp-Organisatoren Thomas Lippert und Dirk Würtz, zusammen mit Sommelier Hendrik Thoma (v.r.n.l.)

Eine Afterworkparty als Kennenlern- und Hello-again-Marktplatz. Facebook ist das Leitmedium der digitalen Weingesellschaft. Ich habe vielen Winzern, Händlern und Netzaktivisten nun das erste Mal gegenübergestanden, Hände geschüttelt, erkennend gelacht und zögernd gezweifelt. Gute Gespräche geführt. Und tollen Geisenheimer Sekt getrunken im herrlichen Bardong-Park.  Auch der Regen war nicht Wasser im Wein sondern eher Taufe dieses neugeborenen Babys.

Am frühen Morgen dann eigentlicher Anfang der Veranstaltung: Akkreditierung, Begrüßung, Vorstellungsrunde. Alle 110 Teilnehmer stellten dem Podium ihre Namen und Webidentitäten vor samt drei Tags, die sie charakterisieren. Das war spannend, witzig, erhellend. Ab 11 ging es in die Sessions, deren so viele spontan angeboten wurden, dass drei Räume über Stunden parallel bespielt werden können. Was der Medienagent beispielsweise gerade zum Thema Branding präsentiert, führt in eine lebhaft-kontroverse Diskussion. „Deutsche Etiketten sind hässlich“ ist die These. Allerlei Einwürfe zu den Themen Branding, Imagebildung, Markenführung und Produktdefinition beleben das Plenum. Bisweilen fehlt Struktur, Theoriefundament, aber die Divergenz der Ansichten franst nicht am Rande aus, lose Fäden bleiben zwar, lassen sich aber mit etwas gutem Willen verknüpfen.

Arbeit am Sessionboard

Arbeit am Sessionboard

Juristische und theoretische Grundlagen der Messwein-Problematik“ war übrigens meine erste Session überschrieben. Eine Orchideenveranstaltung, spannend, theorielastig. Warum die katholische Kirche ihren leitenden Angestellten meist hochqualitative Tropfen gönnt? „Jesus ist kein Gesöff“ war die Essenz kirchlicher Feldforschung. Bei der sozialen Weinprobe, die ab 16.00 Uhr stattfinden wird und zu der jeder Vinocamper zwei Weine der Wahl beigesteuert hat, bin ich auf den Messwein besonders gespannt. Hier ein exklusiver Blick durch’s Schlüsselloch.

Vorschau auf die Weine des Social Tastings

Vorschau auf die Weine des Social Tastings


2 Kommentare on “Vinocamp 2011: Auftakt deluxe”

  1. Matthias sagt:

    Hier ist es ja… ich wusste doch, dass ich ein Bild entdeckte, auf dem auch mein kiddusch Wein zu sehen ist. 🙂

    • utecht sagt:

      Welche Flasche ist es denn? Ich habe ihn leider nicht verkosten können, weil ich ihn später beim Tasting gar nicht entdecken konnte…


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