La Belga Fritta, Cäthe, die Ziege

Ich lese die Beschreibung eines anderen Menschen Esserlebnisses, einer mir nicht geläufigen Zubereitungsart, einer unbekannten Zutat und weiß ziemlich genau, ob es mir schmecken wird. Häufig sogar setzt spontaner Heißhunger ein auf etwas, das in meinem Bewusstsein bis dahin nur als eine lose Aneinanderreihung von Buchstaben existierte. Als ich bei Frau Hazan von frittiertem Chicorée las, wunderte ich mich erst einmal, warum mir solches bisher noch nicht unters Messer gekommen war. Dies zu ändern, war eine naheliegende Spontanreaktion.

La Belga Fritta nella Pastella heißt das Gericht mit vollem Namen, wird gerne als Antipasto genommen und kommt bei mir als Ergänzung zur Zickleinkeule auf den Teller. Allerdings spielte die Wegwarten-Art hernach die Hauptrolle, geschmacklich und der Beschaffenheit wegen. Eigentlich müsste ich an dieser Stelle das Wort „Textur“ verwenden. Doch bin ich mit dem Dollase-Antivirus geimpft. Nur soviel: Die knusprige Hülle, das blättrig zarte Innere, an manchen Stellen schon auf dem Weg zur Creme, milchig milder Geschmack, kaum mehr bitter. Es kann keine bessere Art geben, Chicorée zuzubereiten.

Zickleinkeule provenzalisch mit frittiertem Chicorée

Zickleinkeule provenzalisch mit frittiertem Chicorée

Der Ausbackteig besteht aus etwas weniger Mehl als Wasser. Nicht mehr. Das Gemüse wird gewaschen, der unschönen äußeren Blätter beraubt, am Stielansatz etwas gekürzt und längs gedrittelt. Gut trockengetupft durch den Teig gezogen und in reichlich Sonnenblumenöl frittiert. Während des Abtropfens wird gesalzen und sofort gegessen.
Die Ziege habe ich in der klassischen Zubereitungsweise einer provenzalischen Lammkeule präpariert. Sie war in Alufolie gewickelt fast zwei Stunden bei 130° im Ofen.

Dazu gibt Cäthe Sieland die ewige Braut bei den konspirativen Küchenkonzerten.


6 Kommentare on “La Belga Fritta, Cäthe, die Ziege”

    • queenofsoup sagt:

      wenn ich nicht eine derartige daheim-frittieren-aversion hätte, könnten wir darüber reden. so werde ich die beiden chicorées, die ich grade aus dem kühlschrank geholt habe, nur in streifen in der pfanne anbraten und mit gerösteten brotwürfeln und rotem paprika und orangenfilets, dazu geräucherte makrele… ach, mir fällt schon was ein. irgendwie.

      • utecht sagt:

        Hm, da verpasst Du aber was! Frittieren klingt ja immer gleich nach Imbissstube – ist aber hierbei relativ unaufwändig und geruchsneutral. Habe auch nur eine große Pfanne genommen und diese 2 cm hoch mit Sonnenblumenöl gefüllt. Ging fix und problemlos.
        Den Kick mit der Konsistenz kriegst Du sonst nicht hin…

  1. queenofsoup sagt:

    eh, aber die idee, dass ich das öl nachher als sondermüll wegschütten muss… nein. das widerstrebt mir, leider. muss ich eben drauf warten, sowas wieder in italien zu bekommen, spätestens anfang mai dann, wenn ich wieder hinmuss… yay!

  2. lamiacucina sagt:

    geht mir meist auch so, ich fritiere selten, aus Scheu wegen dem Ölverbrauch, obwohl das gar nicht so schlimm ist, wie ich eben beim fritieren einer Gemüse-Pakora feststellen konnte.

  3. […] mag es als Rohkost, aber ausgebacken in Bierteig nach Pastellaart ist es eine Delikatesse, wie ich hier beschrieb. Statt Wasser nehme ich die hiesige Ressource Altbier, genauer Bolten Uralt. Dessen […]


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