Protestessen ist kein Querulantentum

Esst mehr Frühlingsrollen!

Esst mehr Frühlingsrollen!

„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“, ist einer dieser Sätze, die die veröffentlichte Meinung des angeblich kleinen Mannes in den letzten Monaten verteidigend verbrämen sollten. Mal abgesehen davon, dass Frauen bezeichnenderweise zu kurz kommen in solch verwirrendenden Argumentationssträngen, hängt mir derlei zu den Ohren raus. Glücklicherweise bin ich weder Schwabe, noch Hugenotte – sondern bekanntermaßen Rheinländer. Diese Volksgruppe bedarf keines Schlichters, um Quasi-Konsens herbeizuschwadronieren, ihr ist der Kompromiss Lebensprinzip. Hegelianer im eigentlichen Sinne, dem Logisch-Reellen verhaftet, abstrakt, dialektisch und spekulativ in einem geistigen Rutsch. Mit gehöriger Fatalismus-Latenz – und guter Laune. Der Begriff „bierernst“ stammt mit großer Sicherheit aus einer völlig anderen Weltengegend, obwohl dies etymologisch nicht abschließend zu klären ist.

Der Wortursprung der „Frühlingsrolle“ hingegen liegt offen zu Tage: Hinein kam in die Teighülle alles an Sprossen und Schoten und Blüten, was das sprießende Jahr zu bieten hatte. Am chinesischen Neujahrsfest gegessen wurde kulinarisch der Lenz gegrüßt (wobei ich die reisteigigen nem rán Nordvietnams vorziehe). Allerdings musste ich heute beim Asiamann mit einer Loempia Hollandse stijl vorlieb nehmen. Geschmeckt hat sogar die Süßsauer-Pampe. Nur der Winter ließ sich doch nicht bannen.



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