Obergäriger Kulturgenuss, Bohème auf der Baustelle

Im landläufig als Pilstrinkerstadt bekannten Dortmund gab’s gestern obergäriges Hövels als Blitzbier in der Hausbrauerei auf dem Hohen Wall, bevor es wenige Meter weiter ins städtische Schauspiel ging. Dort galt es, den neuen musikalischen Leiter zu begrüßen, den netten Herrn Wallfisch, der zum Einstand seine kleine Band Botanica aus Brooklyn mitgebracht hatte. Wer Paul kennt, wusste bereits vor diesem Abend, dass es hier zu einer verheißungsvollen Liaison gekommen war. Der ganze Mann ist schließlich Theater. Hinter seiner kleinen Wurlitzer zog er also die irisierenden Fäden und hatte anderthalb Stunden lang die Menschen in seiner Hand.

Dann also die Krefelder Legenden, M. walking on the water. Auch Theatermusiker, auf ihre Art. Eher Straßentheater. Die Party auf dem Friedhof war auch im bestuhlten Schauspiel unabwendbar. Von außen Baustelle (Haus und Band), innerer Glanz. Und ein Versprechen: Anfang 2011 ein neues Album mit Namen „Flowers for the departed“, das erste seit dann 13 Jahren (Folkig bis countriesk sind die zu erwartenden Klänge.) und ab März eine Tour. Die bestimmt auch wieder nach Dortmund führt, jedoch dann wohl nicht ins Theater.



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