Der letzte Rosmarin oder ein beiläufiger Verriss in einem Satz

sauerkrautsuppeDavid Bowie hat heute einen neuen Song veröffentlicht, ein prätentiöses Video dazu, alte Männer leben im Damals, ich habe gestutzt und wurde traurig und dann überaktiv, denn um den ganzen Schmalz wieder aus meinen Ohren zu holen, habe ich eines Haufen Saures bedurft, einer suppigen Sauerei nachgerade, Sauerkrautsuppe mit dem knackigstem Riesling, den die Gesindehausgarage hergab.

Ganz eigentlich jedoch treibt mich anderes, wichtigeres um. Es wird wieder Winter und die allerletzten Gartenkräuter schreien um Rettung vor dem Kältetod. Der Rosmarin war schon reichlich unansehnlich, hatte aber noch Reste an Aromakraft. Dazu waren ebenfalls Restbestände einer guten Kartoffel sowie Käse und Hefe vorhanden. Ich beschrieb schon oft das Phänomen, dass es einen Haufen Dinge gibt, von denen ich sicher weiß, dass ich sie lieben werde – und gerade deswegen verweigere ich mich. Freund Freud hätte eine wahre Freude an mir – ich aber auch. Pizza patate e rosmarino ist schon virtuell ein Fall für die Abteilung Reizüberflutung. Das erste Mal nun buk ich sie.

pizza patate

Da ich ja häufig gegen Dogmen handele – bisweilen aber auch nicht – habe ich einer ebenfalls noch der adäquaten Verwendung harrenden Aubergine  ein Pfannenbad in Olivenöl gegönnt. (Dazu dogmatisch: Ich schäle Auberginen immer. Ich salze die Dinger nie. Und nach dem Ölbad werden sie wieder entfettet.) Und sie samt blanchierten Kartoffelscheiben und einigen Kugeln Büffelmozarella auf einen perfekten Pizzateig gepackt.

Der Rosmarin, die jämmerlichen Reste, wurde zuvor mit Knoblauch, grobem Meersalz und 2-3 Pfefferkörnern grob zermörsert und mit dem besten der guten Olivenöle vermengt über die Chose getropft. Nicht zu braun gebacken wurde das ganze zu meiner liebsten Pizza. Des Jahres. Bisher.


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