Haus Toerschen, Brombeeren

Gestern mit dem Rad nach Dilkrath, zum Essen verabredet in einer der letzten tatsächlichen Bauernkneipen am Niederrhein. Die übliche sichere Bank, wenn der Wirt wahrscheinlich noch die Namen der Rinder kennt, die er verwurstet oder aber anbietet als:
Rumpsteak. Mit Bratkartoffeln und reichlich Salat. Drei mal bestellt – und der entschuldigende Einwand der Bedienung (die hernach auch selber kochte und also wohl die Chefin war): Leider habe sie momentan nur Filet. Aber das schmecke als Steak ja auch ganz passabel. Stille Begeisterung. Also: Radler, kommst Du ins Schwalmtal, halte am Haus Toerschen. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Und obsiegen dennoch.

Haus Toerschen in Dilkrath

Haus Toerschen in Dilkrath

Übrigens auf dem Weg an einem riesigen Brombeergestrüpp vorbeigekommen, das ich dann heute plünderte. Was daraus wird, berichte ich morgen


Steaks, Bier und Zigaretten…

… lautet der Titel eines uralten Songs vom Achim Reichel. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, nicht besonders gut, das Musikstück. Aber die Stimme des Hamburgers (der im Übrigen vor Jahren schon den ultimativen Ölkatastrophen-Soundtrack veröffentlicht hat) habe ich immer wieder dann im Ohr, wenn ich ein gutes Stück Rumpsteak vom einem hoffentlich glücklich gestorbenen Rind in den Mund bekomme.

Letzteres liegt zumindest im Bereich des Möglichen, gut gelebt hat das Angus, von dessen Roastbeef (Rumpsteaks werden in der Regel ja vom Ende dieses Tierteils geschnitten) ich einige Bisse kostete letzten Sonntag, erwiesenermaßen. Und auch die Küche des Hauses Berger in Viersen-Dornbusch erwies wieder einmal, dass sie zuverlässig gut mit Fleisch allerbester Qualität umgehen kann. Die feine Marmorierung samt samtiger Fetteinschlüsse kam klassisch-ländlich auf den Teller: scharf angebraten, kurz knapp vor medium gegart, Ruhezeit gegönnt, mit wenigen Aromaten bedacht – und leicht karamelligen Röstzwiebeln auf dem Teller arrangiert. Die Bratkartoffeln dazu waren auch frisch und perfekt und doch eigentlich überfüssig. Der bunte Gartensalat bildete einen ausreichenden Kontrapunkt.

Da wir zu viert am Tisch saßen, gab es auch noch Folgendes: Gesottenes von der Ochsenbrust mit Meerettisch-Lauch-Sauce, einen Burgunderbraten mit frischen Pfifferlingen (beides natürlich von den hauseigenen Angus-Rindern), verschiedene Suppen. Letztere waren so, wie ein familiäres Sonntag-Mittagessen es verlangt. Oldstyle, but perfect! Zum Beispiel die Rinderkraftbrühe mit Flädle war schon fast eine Essenz der Brühe. Umso verwunderlicher, dass bei einem solchen Ausgangsmaterial die Saucen samt und sonders drastisch abfielen.

Bier gab es dazu, weil es warm war und Durst die Gemüter drückte. Zigaretten nicht – tagsüber nie.

www.haus-berger-viersen.de


Deutsch Angus

Angus-Rind aus der Zucht Haus Berger

Angus-Rind aus der Zucht Haus Berger

Mit dem Rad und mit Vollgas ueber die niederrheinischen Hügel, und nach einer Kuppe trete ich voll in die Eisen. Denn auf einer Weide irgendwo zwischen Grefrath, Dornbusch und Hinsbeck steht plötzlich eine Herde schwarzer Rinder vor mir. Nicht die üblichen schwarzweißen oder buntgefleckten, sondern deutsche Angus. Und fast gleichzeitig, noch bevor ich das betreffende Schild entdecke, denke ich an das Hotel/Restaurant Haus Berger in Dornbusch. Beim letzten Einkehrversuch leider geschlossen las ich doch zu meinem Erstaunen, dass sie eigene Rinder züchten, ebensolche Angus. Sozusagen kulinarische Produktqualität at its best.

Nach dieser Entdeckung ist die nächstwoechentliche Gaumen-Herausforderung klar, es wird Rumpsteak geben. Von feinfaserigem, bestmarmoriertem Angusrind.


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