Guacamole mit Musik
Veröffentlicht: August 12, 2010 Einsortiert unter: Kulinarik, Musik | Tags: Avocado, Bloggen, Calexico, Guacamole, Howe Gelb, Mariachi, Seliger Schreibe einen Kommentar »Manche Menschen bloggen, andere wiederum gehen in den Wald, lautstark. Dann gibt es da noch einen, der auf ziemlich einzigartige Weise seine wunde Seele offenbart: Berthold Seliger, ebenso umtriebiger wie aufrechter Chef der gleichnamigen Konzertagentur in Berlin, arbeitet sich im monatlichen Newsletter – neben der Promotion seiner Künstler naturgemäß – an der Welt ab. Ich lese das jetzt seit Jahren, bisweilen staunend, irritiert, immer jedoch mit der Gewissheit zurückbleibend, dass Lesen doch bildet.
Heute mache ich Guacamole und backe Brot dazu. Warum? Weil ich dem Newsletter-Hinweis auf eine Seite folgte, wo das Seliger-Zugpferd Calexico ein komplettes Konzert (Nürnberg 2009) als Stream und als kostenlosen Download offeriert. Nun bin ich kein Jünger der Americana-Religion, schon gar nicht des bei den Herren Convertino und Burns oft vorherrschenden Tex-Mex-Weichzeichners. Da ist mir Howe Gelb immer noch lieber. Doch natürlich sind Calexico eine der wenigen aus dem Lager der Guten, die es geschafft haben, wirtschaftlichen Erfolg nicht Authentizität konterkarrieren zu lassen. Und live stets eine Bank.
Also zwei vollreife Avocados gekauft, mit einer Schalotte und wenigen Knoblauzehen (letztere beide feinstgeschnitten) mit Hilfe einer Gabel vermengen. Saft und Abrieb einer halben Limette, Salz, Cayenne-Pfeffer und nach Laune Koriandergrün oder Minze unterrühren. Mit ein bis zwei Esslöffeln Vollmilch-Joghurt (shut up, Geschmackspolizei!) wird die Konsistenz geschmeidig und lässt das Ganze als Brotaufstrich besser haften.
Und die Mariachi-Trompeten und das Pferdegetrappel und der Wüstensound können kommen.
Warum bloggen?
Veröffentlicht: Mai 3, 2010 Einsortiert unter: Gedankenstrom | Tags: Bloggen, Erkenntnis, Intelligenz, Schreiben, Texte Schreibe einen Kommentar »Famous first words. Zuerst einmal: Liebe Leser, es existieren auf meiner Tastatur weder Umlaute noch Schriftgelehrten-Sonderzeichen. Mein Germanistenherz ist laengst erlahmt, blutleer, eine ganz eigene Freude an Neologismen-Lookalikes enstand in den letzten beiden Jahren. So lange schon ist dieser in Bangkok erstandene Eee-PC meine Waffe gegen das Vergessen. Mein Psychopharmakon wider depressive Schuebe und manische Selbstueberschetzung. Wobei letzteres grossartig ist, wertvolle Hilfstruppe des kreativen Prozesses.
Keine Kompromisse sollten gemacht werden. Zumindest zwei lassen sich jetzt schon benennen: Die dem Deutschen eigentuemliche Gross- und Kleinschreibung wird gerettet und angewendet. Als Ergebnis professioneller Verblendung vielleicht, Leseverhalten und Usability sind zu gut erforscht.
Desweiteren werden Texte wie dieser - Bastarde, hervorgegangen aus Orgien von Kommentar und stream of consiousness – gegenueberstehen redigierten Elaboraten journalistischen Anspruchsdenkens. Mit dem einzigen Zweck: Der immerhin moeglichen gedruckten Veroeffentlichung. Alles eine Frage von Konventionen und oekonomischen Zwaengen des Systems.
Professionelle Verblendung – beinahe zehnjaehrige journalistische Prostitution im Gesundheitsbereich – wird hier hoffentlich erfolgreich bekaempft von rein lustgesteuerter Schreibwut. Thematisch verortet ueberall und wegwohin. Die Aneignung kulinarischer Intelligenz und das Schoepfen aus popkultureller Sozialisation bilden vorerst Lustgrenzen. Was wird, ist offen. Wachsen wird das Hirn bis ans Lebensende – diese neue Erkenntnis der Neurowissenschaften ist genauso beruhigend wie erschreckend.
Mein Versprechen: Kampf der Ausgeglichenheit! Neues anders sehen. Im Kleinen Grosses, in Grossen Riesen. Lang lebe der Superlativ!
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