Goldrausch
Veröffentlicht: März 3, 2012 Einsortiert unter: Gedankenstrom, Musik, Weltweit | Tags: chilkoot, Duisburg, Goldrausch, klondike, Tom Liwa, yokon 4 Kommentare »Jetzt hätte er mich fast soweit gehabt! Zum Glück erinnerte ich mich aber rechtzeitig an Dawson City.
Tom Liwa hat ein neues Album veröffentlicht. Vielleicht sein bestes. Wie immer schon wünschte ich ihm eine wahre Flutwelle an medialer Reaktion, Fanstürme, platinfarbene Schallplatten gar. Er singt aber schlicht vom Leben, immer im Fluss, in 891 Songs zum Goldrausch. Ich muss weinen, wenn ich diese Lieder höre: Yoyo, Günther geht – Anna kommt, Heideblume. Die Stimme von Tom aus Duisburg, eine Ukulele – Seelenmusik. Seit nunmehr 25 Jahren schon liebe ich diesen Mann.
Aber nein! Eine Albumrezension schreibe ich ihm nicht. Das Kapitel ist beendet, das Buch zu. Gerade für Lieblingsmusiker will ich nur noch Fan sein – Kritikaster nimmermehr. Plattentesten tun Leute wie Oliver, zuverlässig und gut. Wo der Klondike in den Yukon mündet, besser gesagt ein paar Meilen entfernt, am Bonanza Creek, stieß Skookum Jim Mason (Keish) am 16. August 1896 auf Gold, wahrscheinlich zusammen mit seiner Schwester, Shaaw Tláa; beide vom Volk der Tagish Khwáan. Vor 20 Jahren lief ich ein Stück des legendären Chilkoot Trails, der die Pazifikküste bei Skagway/Alaska mit den Schürfgründen verband. Auf über 3525 Fuß Höhe türmen sich die Coast Mountains auf – in den drei Jahren der legendären “stampede” quälten sich über 100.000 Glücksritter über den Pass, unzählige blieben dabei auf der Strecke.
Heute ist das ganze leider etwas profanisiert. Outdoortourismus boomt. Sowohl die US-Amerikaner wie die Kanadier haben das Gebiet zur National Historic Site erklärt und die Marketingmaschinen laufen heiß. Schon am ersten Goldrausch haben nicht die Leute verdient, die am Ende glücklich waren, einen jämmerlich kargen Claim abzustecken um sich hernach monatelang durch den Permafrost zu quälen. Sondern das Kapital: Whiskeyfabrikanten, Dosenbohnenhersteller, fliegende Händler und Zuhälter. Und wer heute durch Dawson läuft, hält Disneyland wahrscheinlich für eine Konsumwüste.
Dann doch lieber wie Tom Liwa von Honig und Laub singen, Krähen zählen, einem verlorenen Wochenende nachspüren. Seine goldenen Räusche sind wie fliegende Teppiche der kleinen Kunst. Vielleicht was leuchtendes dazu kochen? Gülden? Musik auf dem Teller könnte so aussehen:
Pirohy, Mannwerk und kein Calvadoshuhn
Veröffentlicht: Februar 21, 2012 Einsortiert unter: Kulinarik, Wein, Weltweit | Tags: Bryndza, Bryndzové Pirohy, mannwerk, mosel, Pirohy, Riesling, Slowakei, Spisska Bela, st. aldegund, Tatra 3 Kommentare »Mal wieder Schneeregen. Und Karnevalskälte. Daher schafft es weder das gestrige Calvadoshuhn noch der Couscous nach Arthurs Tochter Art vom Samstag in diesen Blogpost. Obwohl beides formidabel war, keine großen kochtechnischen Herausforderungen, aber Gerichte mit Soulfoodpotential. Doch mit eben zuviel Sonne im Herzen. Seelenbalsam ist mir bei der momentanen Witterung eher Bergvolkskost. Ein Gericht, dass so oder so ähnlich auch in der östlichen Alpenregion oder längs der Karpaten zubereitet wird. Ich jedoch aß das Kalorienkonzentrat erstmals zu Füßen der Hohen Tatra im slwowakisch-polnischen Grenzgebiet: Pirohy mit Bryndza, braunen Butterzwiebeln und saurer Sahne (Bryndzové Pirohy).
Kein ausgelassener Speck obenauf, dafür reichlich Schnittlauch in die Füllung. So habe ich es bei der Mutter von Z gesehen, in Spisska Bela. Und wie andere slowakische Kulinaria auch schon beschrieben – aber eben nicht zubereitet.
Der Teig besteht je zur Hälfte aus gekochten Kartoffeln und Weizenmehl, dazu ein Ei. Die Füllung kann purer Schafsfrischkäse sein oder eine Mischung mit noch mehr Kartoffel und eben Schnittlauch. So hielt ich es und war vom Ergebnis begeistert. Die Zwiebeln werden in reichlich Butter und bei nicht zu großer Hitze ganz langsam gebräunt. Die saure Sahne etwas gesalzen und aufgeschlagen.
Zurück zum Huhn:
Gestern probierte ich zusammen mit A den 2010er Mannwerk. Dank nochmals an Marqueee für die Flasche Riesling Alte Reben aus dem St. Aldegunder Himmelreich!
Mir gefiel das dominante Säurespiel ausnehmend gut – weil auf der anderen Seite Leichtigkeit und Wucht einen hübschen Zweikampf ausgefochten haben. Ich könnte nicht sagen, wer als Sieger das Glas verlassen hat. Gewonnen haben aber auf jeden Fall die Trinker. Verloren hingegen ein spontanes Foodpairing. Das Calvadoshuhn starb zum zweiten Male. Da noch ein Glas in der Flasche ist, gibt es heute einen zweiten Anlauf. Gegner: Grühnkohl, klassisch! Obwohl ich eigentlich schon weiß, dass der Männerwein ein Sologetränk ist.
New Year’s Eve Investment Tip
Veröffentlicht: Dezember 31, 2011 Einsortiert unter: Weltweit | Tags: cheers, cyprus, larnaca, neujahr, new year's eve, prosit, silvester, sylvester 3 Kommentare »Cheers folks!
Zygi
Veröffentlicht: Dezember 26, 2011 Einsortiert unter: Weltweit | Tags: Fisch, hafen, zygi, zypern 3 Kommentare »Eine ganze Reihe kraftvoll schöner, am Stück gewachsener Orte sah ich in Zyperns Bergen beim heutigen Autowandern. Lageiea, Farmakas, Odou, Sykopetra. Dort wohnen Menschen, die an den Küsten ihr Geld verdienen als Motoren der touristischen Infrastruktur oder in der Fabrik. Wahrscheinlicher noch als Handlanger des globalisierten Großkapitals aus Russland oder dem Libanon in einem der grauen Büotürme von Lefkosia. Zypern ist Euro-Steueroase und Sprungbrett wirtschaftlich ambitionierter, mittelprächtiger Schurkenstaaten. Doch davon nicht mehr, keinerlei Ambition, diese Reportage zu schreiben über einen Riss im Fundament des windschiefen Freudenhauses Europa. So viel nur: Es lässt sich aushalten in den trutzigen Bergdörfern. Gediegen geht’s zu in wildromantischer Natur. Hermetisch auch – in keinem Kaff fand ich ein mich erwartendes Gastgewerbe. Nur Mauern, Wald und Wild, Orangen und Wein, Menschen nie, dafür steinschlaggesäumte, herrlich haarnadelige Serpentinen. Auf über 1000 Metern dann rief das Meer.
Eine verdammt lange Einleitung, um ein paar Worte über Zygi in die Blogosphäre abzusetzen. Ich erwähne diesen Namen, weil ich das Fischerkaff allen ans Herz lege, die je die Zwischenjahreszeit in glücklicher Klausur auf diesem Eiland verbringen. Irgendwann werdet auch Ihr essen müssen! Zwar könnte ich in meinem Landhausappartment kochen, tue es aber nicht. Ein Land in wenigen Stunden zu erkennen, ist das eine – die Erkundung vertrauenswürdiger Lebensmittelanbieter aber ist bisweilen eine Sache von Jahren.

Essen gehen ist anders, in fremden Ländern. Da spielt der Spaß an der Projektion eine große Rolle. In Zygi am Kai beispielsweise liegen etwa 20 Fischerboote, ähnlich viele Tavernen säumen die Küste. Ich habe noch niemals ein Wort gehört von Überfischung, Schleppnetzen oder Artensterben. Ich bin ganz Reiz-Reflex-Schema. Zum dritten Mal schon esse ich hier, in immer anderem Lokal, aber eigentlich stets dasselbe. Aktuell gegrillten Octopus. Mit einem richtig guten Weißen im Glas. Zuvor hatte ich frittierte ganze Fische, Meerbarben wohl. Auch unbekanntes Gekröse. Ganz einfach alles in der Zubereitung, ohne Fremdaromen. Mit Salat, der als einzige Extravaganz auch mal mit frischem Koriander gepimpt ist, und frittierten Kartoffeln. Wichtig: Das Meer in der Nase und im Blick. Dann am Gaumen. Im Magen. Die Füße ins Wasser halten, noch eine Zigarette zum Ouzo am Pier.
Der Zyniker verliert heute gegen das Klischee.
Cyprus: Twelve points
Veröffentlicht: Dezember 25, 2011 Einsortiert unter: Gedankenstrom, Weltweit | Tags: cyprus, heiligabend, weihnachten, zypern Schreibe einen Kommentar »Wer warnblinkend und 20 km/h über dem Tempolimit auf dem Highway unterwegs ist, geht sehr souverän mit Problemen um und hat ein mediterranes Herz. Sublimation wahrscheinlich für die ansonsten wohlfeil ignorierte Verkehrskulturtechnik des eindeutigen Lichtzeichensetzens, beim Links vor Rechts zumal. Die Scheinwerfer sind halt kaputt. Außerdem ist Weihnachten und vielerorts alle Lampen an. Willkommen in der Beleuchtungs-Anarchie, Cyprus: twelve points.
Dank gewohnter Hybris bin ich mir absolut sicher, dies Land zu erkennen, zumindest den südrepublikanischen Teil, nach immerhin 26 Stunden. Das Ganze ist eine gemeine griechische Insel, nur ohne pittoreskes Blauweiß. Etwas zu groß geraten und wohlhabend bedürftig. Proletarisch auf eine fast nordenglische Art und doch beileibe nicht arm. Zumindest an Industrie nicht. Wenn ich schöne Strände will, fahre ich ohnehin nach Holland.
Sitze hier gerade in einer Art Bahnhofshalle ohne Gleisanschluss, die sich als Self-Service-Restaurant tarnt. Bedient werde ich dennoch, aufmerksam, freundlich, kompetent. Konversation findet übrigens leider stets in englischer Sprache statt. So wird das nie was, mit der Transformation meiner altgriechischen Relikte an den marginalen Rand der Eurokrise. Ich wollte Lamm mit Artischocken und bekomme formidables Ziegenstiffado. Dazu guten Feta und zum Glück nicht den allgegenwärtigen Gummihalloumi. Altes Brot, Oliven aus dem Glas. Gurken-Tomaten, eingelegten Sellerie, ranzige Kartoffeln, Wasser, säuerlichen Roten, sanften Ouzo. Ein blinkender Baum, den Blick auf eine neolithische, zum Welterbe gegrabene Siedlungsstätte, zwei Großfamilien, ein paar Fernfahrer, die Dorfsäufer. Heiligabend.

Ich mag diesen Teil der Levante. Den Wechsel von Sommersonne und Gewitter im Winter. Die wenigen Plusgrade im Troodos und den Schweiß auf der Stirn in der Markthalle von “little Moscow” Lemesós. Tochni, wo ich mich in diesen Tagen in einem beiläufig luxoriösen Countryhouse verschanze , ist ein vom Tourismus nur flüchtig auf die Wange geküsstes Vorgebirgskaff. Empfehlenswert auch für die, die Resterampemromantik suchen. Mir passt das perfekt in den unsortierten Kram. Marmor und Pool trifft globalisierten Kramladen, ein polyglott perfider Priester weist den Weg in die einzige Taverne. Absacken. Erschreckend hell, dieser Sternenhimmel. Da drüben blinkt Israel. Davor: Berge und Meer. Das Paradies. Die Vorhölle. Eine Einsiedelei. Schön hier, auf Zypern, zwischen den Jahren.
The rest of the fest
Veröffentlicht: September 13, 2011 Einsortiert unter: Musik, Weltweit | Tags: ash street saloon, chicks do wine, Dead Moon, Fred Cole, MFNW, Pierced Arrows, Portland, the country cat, toody 4 Kommentare »Verzweifelte Versuche der Selbstverleugnung. Denn eine Stadt ist ein lebendiger Organismus, faehig zur Gefuehlsaeusserung, zur Selbstreflektion, zur Willensbildung. Als von Menschen geschaffene Kreatur ueberholt die Siedlung ihre Goetter oft mit Vollgas auf der Ueberholspur der systemimmanenten Fehlkonstruktion. Zu sehen zum Beispiel in einem Haufen totglobalisierter Moloche wie Bangkok, Saigon, Kuala Lumpur. Bei sich selbst zerstoerenden Krebsgeschwueren wie Mexico City oder Moskau. Vielen in Agonie verfallenen europaeischen Metropolen. Allesamt aus dem Ruder gelaufene, planlose Konstrukte, deren ganz eigene Dynamik nurmehr ein Ziel zu haben scheint: Den Menschen als Witz der universalen Geschichte zu entlarven. Als Geschoepf den Schoepfer zu ueberleben, in einer transzendenten Form, weit weg von jeglicher Intention.
Die nordamerikanische Stadt war ueber ein Jahrhundert lang exemplarisch fuer technikglaeubige Energie, und auch wenn es bisweilen aesthetische Ueberhoehungen gab, folgte generell jegliche Form einer einzigen Funktion: Der Manifestation des Groesser Hoeher Schneller Weiter. Wie der Backlash dazu aussieht, atme und beobachte ich seit ein paar Tagen in Portland, Oregon. Als Klischee des anderen, des linken, des gruenen Amerika wird seit ueber 10 Jahren Kultur inhaliert und Gegenkultur ausgespieen. In Tourismusbroschueren kommt davon an: Vorbildlicher oeffentlicher Nahverkehr (die Realitaet ist allenfalls medioker), der ganze Organismus eine gruene Lunge (relativ wahr – aber eine absolute Luege), kulturelle Speerspitze (was fuer die Popmusik zutrifft ist fuer bildende Kunst eine Vorspiegelung falscher Tatsachen und Theater und Film bleiben weit unter meiner Wahrnehmungsschwelle), kulinarische Avantgarde des zurueck zur Natur.
Hierbei wird – wie an so vielen Orten auf der Welt – bewusst das Kleine, das Langsame gesucht und reanimiert. Local is the new global. Microbreweries, urban wineries, artisan cheese, regional beef, organic vegetables. Und viele Lokale, die ihrer besser verdienenden, stets grausig casual gewandeten Klientel all dies bieten. Gekocht wird immerhin auf breiter Front auf akzeptablem Niveau. Als ein Beispiel mag die Gegend um die Southeast Stark Street dienen: Alternative Cafes, ein Programmkino, Second-Hand- und ein Bioladen, Fahrradbastler, Designerkindermode. Und The Country Cat, Dinnerhouse and Bar. Schoener Laden, der Innenarchitekt war sein Geld wert, denn man sieht nicht, dass einer gewirkt hat. Grossartig lautes und taetowiertes Personal, feiner Kaffee und eine gute Oregon-Weinauswahl. Mobiltelefonverbot, offene Kueche, gute Musik, meist Northern Soul. Alles verdammt relaxed. Einfache und gute Kuechenleistung: Legendaer ist das Chicken with mashed potatoes. Eine festfleischige Haehnechenkeule entbeint, pankopaniert und in Butterschmalz sanft ausgebacken. Eine zwiebligsuesse, weinsaure Sosse. Das Purree einer weltweiten Mode folgend mit Einsprengseln von den Kartoffelschalen serviert, dadurch erdig vehement. Ein Berg blanchierter und kaum aromatisierter, feiner Mangoldblaetter dazu. Ein simples, perfektes Mittagessen, jenseits aller Fastfoodhistorie aber auch weit entfernt von Hochkuechenhermetik. So oder so aehnlich ueberall zu finden in der Stadt.
Am Fluss ist das city center wie Koeln. Genauso wirr, grau und gruen und bunt. Da der Abend meines dritten und letzten Tages auf dem MusicFestNW dem Rock’n'Roll gewidmet war – und zwar seiner dreckigen, verschwitzten, sehr koerperlichen Variante – schlenderte ich in Richtung „old town“, wo es neben dem kleinen Chinatown tatsaechlich noch alte Bretterbuden-Patrizierhaeuser aus dem spaeten 19. Jahrhundert gibt. Und den aehnlich heruntergekommenen Ash Street Saloon.
Hier schloss ich Fred und Toody vor deren Soundcheck als Pierced Arrows in die Arme, hatte zuviel schlechtes Bier und gute Zigaretten, durchlebte in 5 Stunden grosse Teile meiner musikalischen Sozialisation wieder, bis das ganze in einem wilden Pogo eskalierte. Um 2 Uhr in der Nacht und nach einem sich seiner selbst versichernden It’s okay und der affirmativen Botschaft 54 40 or fight standen wir noch lange auf der Strasse in einer Stadt, die die beiden seit 45 Jahren musikalisch praegen. Avantgarde in den spaeten 60ern – heute sind sie es wieder.
Spielen sie doch den Soundtrack des Kampfs von Herz gegen Hirn. Ein verlorener zwar, halbtaub und gelenksteif. Doch wo die ganze Welt auf der Suche ist nach der Bedeutung des schlimmen Wortes „Authentizitaet“ – und diese Stadt sich dabei selbst verleugnet – haben die beiden nie gesucht. Neben allem Wissen um das absurd Abseitige des Lebens waren sie immer ganz im Hier und jetzt: This is the day!
Portland Pastrami
Veröffentlicht: September 10, 2011 Einsortiert unter: Kulinarik, Musik, Weltweit | Tags: Chrystal Ballroom, Deli, MFNW, Pastrami, Portland, Weinland 4 Kommentare »Ich war noch niemals in New York. Schon wegen der ruhmreichen Delis, die in eurojuedischer Tradition aus kulinarischen Kleinigkeiten Lifestyle kreierten, wuensche ich mich bisweilen in den grossen Apfel. Das muss gerade zu diesem irren Datum erwaehnt werden, bin ich doch in Hassliebe entbrannt fuer das lustig-depressive „land of the free“. Nun weile ich jedoch momentan in Portland, Oregon, bei den surfenden Holzfaellerbaerten und taetowierten Hippiemaedchen, um bei 35 Grad im Schatten die aktuell spannendste Musikszene der Welt zu geniessen. Und ass gestern das erste Pastrami-Sandwich meines Lebens – nicht bei Katz’s.
Das erste Pastrami, das diesen Namen verdient, praezise formuliert. Was genau Pastrami ist, haben andere ausfuehrlichst beschrieben, hier und hier zum Beispiel. Bei Kenny & Zuke’s Delicatessen kommt es folgendermassen auf den runden Tisch: Zwischen mit erstklassigem Senf bestrichenen, hausbackenen Roggenbrotscheiben schimmert prall und rot das zarte Glueck. Dazu selbstverstaendlich Krautsalat (cole slaw) und richtig saure Gurken. Das gute Fleisch besteht aus 8 Tage lang eingelegter Oregon-Rindsbrust, die danach 10 Stunden kaltgeraeuchert und anschliessend 3 Stunden gedaempft wird. Die Marinade ist Kennys Geheimnis, ich werde zu Hause direkt die Versuchskueche in Gang setzen. So ein herrlicher Geschmack muss doch reproduzierbar sein.
Nach dem Genuss kam der Gang in den legendaeren Chrystal Ballroom, wo des Nachts Weinland (formidabel wuchtig), die singende Sommeliere Sharon van Etten (ueberzeugend ruhig) und die lokalen Superhelden Blitzen Trapper (selbst mir zuviel Americana) spielten.
Da ich vorzeitig den Saal verliess, kam ich auf der Strasse noch in den Genuss einer Konzertperformance im Guerillastyle. Eine Bande Ninjamusikanten sprang aus einem Van, baute ihr mobiles Set auf und haute den erstaunten Passanten heftigen Hardcore um die Ohren. Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei, die Fuenf huepften wieder in den Wagen und entschwanden mit quietschenden Reifen in die Nacht. Bisher der spannendste Musikgenuss auf dem MFNW.









Letzte Kommentare