Spaghetti con Salsiccia e Pomodoro aus Winternam, ohne Alkohol

In Winternam bei Kerken liegt eines der nettesten niederrheinischen Lebensmittelgeschäfte. Dass es ein “negozio del vino” ist und kein Zuckerrübensirup- oder Blutwursthandel, liegt schlicht an der Tatsache, dass es letztgenannte gar nicht gibt. Eine italiensiche Gemeinde in der Diaspora aber schon, wenn auch so versprengt, dass gerne bis zu 50 km fährt, wer bester Lebensmittel von der Apenninen-Halbinsel bedarf. Ich hab’s nicht ganz so weit, aber dennoch außerordentlich gefroren bei der über einstündigen Radfahrt, deren Ziel ein Salsiccia-Erwerb war.

Wohnte ich noch in der großen Stadt, würde ich über solch abenteuerliche Eskapaden kaum müde grinsen, wäre aber deutlich weniger fit – und die frische Landluft erst. Einerlei, es gab als Belohnung also Nudeln mit Wurst und Tomaten. Letztere in Form von pomodorini di collina aus der Dose, ebenfalls erradelt.

Spaghetti con Salsiccia e Pomodoro

Spaghetti con Salsiccia e Pomodoro

Das Ganze ohne Alkohol, weder im Sugo noch im Koch. Denn den ganzen Tag über habe ich einen Soundtrack im Kopf, der hauptsächlich aus Songs von Townes van Zandt besteht. Luftig depressives, uramerikanisches Genöle, wie es nur ein anderer Country-Outlaw ihm gleichtun konnte: Blaze Foley. Beide haben sich totgesoffen.

Je eine Zwiebel, rote Paprika und Knoblauchzehe gebe ich geschält und zerkleinert in einen erhitzten Topf mit etwas Olivenöl und gare sanft. Zwei Prisen (Zucker/Salz) kommen dann hinzu, ebenfalls die Tomaten. Nach etwa 15 Minuten wird die neapolitanische Salsiccia eingelegt und die Temperatur auf die niedrigste Stufe geregelt. Nudeln kochen, Wurst aus der Sauce und kleinschneiden, Nudeln hinein. Durchschwenken, anrichten, aufessen.

Zum Abschluss eines der wenigen Dokumente eines gemeinsamen Auftritts der beiden oben genannten Musikanten.


9 Kommentare on “Spaghetti con Salsiccia e Pomodoro aus Winternam, ohne Alkohol”

  1. Christel sagt:

    Danke für den Tipp, bin immer auf der Suche nach guten italienischen Lebensmitteln.
    Winternam noch nie gehört und es sind nur gute 20 km …..

  2. utecht sagt:

    Nachbarschaft, quasi…

  3. vilmoskörte sagt:

    Salsiccia aus Vietnam? Seltsam, da muss ich mich wohl verlesen haben.

  4. Lakritze sagt:

    Erradeln adelt. Und die Paprika klingt nach einer schönen Variante zu »meinem« Rezept.

  5. Afra Evenaar sagt:

    Trotzdem schade, dass es hierzulande so selten frische Salsiccia gibt.

  6. utecht sagt:

    @lakritze
    Da die Wurst richtig Schmackes hatte, war die Paprika geschmacklich nahezu überflüssig. Tat aber der Konsistenz gut.
    @Afra
    Allerdings.


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